Wappen der Stadt AachenWäre ich Mitglied des Aachener Stadtrates und müsste nun am Mittwoch meine Stimme für oder gegen eine finanzielle Rettungsaktion der Alemannia abgeben, so hätte ich für meinen Teil eine Entscheidung getroffen. Ich würde der Rettung nicht zustimmen. Richtig gelesen! Ich sage Euch auch gerne warum.

Die Alemannia ist seit vielen Jahren – um genau zu sein seit 1998 – mein Verein. Wer mich dazu auch ein bisschen besser kennt weiß, dass ich die Alemannia sehr sehr weit oben auf meiner Liste stehen habe. Freunde und Familie haben nicht selten das Nachsehen. Spielt die Alemannia oder gibt es eine wichtige Veranstaltung, will ich dabei sein.

Die letzten Jahre haben allerdings gewaltig am Vertrauen in diese Alemannia gerüttelt. Das es in Vereinen Machtspielchen und Klüngelei gibt ist nichts Neues und bei aller Fußballromantik und der damit verbundenen Naivität eines Stehplatzfanatikers, hat man dann doch irgendwann einen Punkt erreicht, an dem man sagt: Es reicht!

Folgende Fragen würden mir als Stadtrat durch den Kopf gehen, die es ja dann zu beantworten und vor allem zu verantworten gilt:

Riskiere ich einen Nothaushalt (der sowieso schon immer näher rückt) für einen Verein, dessen Fans einen Konflikt nicht lösen können und wollen? Fangruppen, die von sich behaupten „100% für ihren Verein“ zu geben, diesem aber u.a. durch Strafen für Pyrotechnikverstöße schaden?

Wieso hat der Verein, der nun meine Stimme für sein Fortbestehen braucht, oftmals die Unterlagen lückenhaft, nicht vollständig oder gar nicht auf dem neusten Stand? Wieso müssen wir die Arbeit machen, die eigentlich dem Verein obliegt? Apropos: Wäre es überhaupt richtig, einem Verein bzw. dessen GmbH zu helfen? Wie gehe ich (und die Stadt bzw. der Rat) mit anderen Unternehmen um, die sich verkalkuliert haben?

Und wo wir dann gleich beim Kalkulieren sind: Wieso sitzt der Mann, der diese Situation zu verantworten hat noch am Verhandlungstisch? Erst bringt er die Alemannia in diese Situation und dann greifen sämtliche Planrechnungen und „Worst-Case-Szenarien“ nicht.  Wieso sollte die jetzige Planung denn ausgerechnet mal stimmen?

Und wieso hat die Alemannia im Zuge dieser ganzen Aufbereitung nicht gleich mal die Vorhänge beiseite gezogen und reinen Tisch gemacht? Hätte man nicht die „Väter“ mit ins Boot holen sollen und, auch im Interesse der Fans, Mitglieder uns insbesondere der Fan-Anleihen-Zeichner für Informationen sorgen müssen? Wäre es nicht angebracht gewesen, auszusprechen, was eigentlich alle wissen?

Und wieso wird in diesem Verein mit zweierlei Maß gemessen? Wieso werden bei fragwürdigen Fakten nicht auch Untersuchungen zur Ursache der misslichen Lage durchgeführt? Wieso lobt und dankt man den Leuten, die dafür gesorgt haben, dass ein Stadion zum Festpreis steht, aber noch unfertige Gebäude aufweist? Und wie kann es sein, dass die Aachener Bank ein Darlehen gewähren konnte und durfte, wo doch der Schatzmeister gleichzeitig Vorstandsvorsitzender dieser Bank war? Wieso wurden nicht Untersuchungen von unabhängiger Seite angestrebt und festgestellt, ob diese Personen, die gleich an mehreren Schreibtischen saßen, nicht in die Verantwortung genommen werden können – egal von welcher Seite ?

Gebe ich jemandem Geld, der bisher nicht damit umzugehen vermochte?

Und so richtig geschickt ist es übrigens auch nicht, wenn einer der beiden Geschäftsführer in einer der wichtigsten Wochen der Alemannia zum Segelurlaub entschwindet. Nichts gegen einen verdienten Urlaub, aber den Zeitpunkt darf man gerne als unpassend bezeichnen.

Irgendwo muss man einfach einen Strich machen. Ich finde, er ist erreicht. Wer meint, wir müssten auf jeden Fall gerettet werden und koste es, was es wolle, der mag am Ende hoffentlich doch irgendwie Recht behalten und die Rettung gelingt und funktioniert.

Auch ich würde mich freuen, wenn es weiter zweite Liga bedeutet und eine gewisse Grundplanung wieder möglich ist. Natürlich sehe ich die Alemannia lieber gewinnen statt verlieren. Aber es geht auch um das Geld der Öcher und es geht um die Aufrichtigkeit.

Wir regen uns über Öl-Konzerne sowie Energieversorger auf und beteiligen uns an (Online-)Protestaktionen, aber für unseren Verein halten wir brav die Fresse und stimmen in breiter Mehrheit für einen Blankoscheck und gewähren immer wieder Vertrauensvorschüsse. In den vergangenen Jahren wurden wir dafür bestraft und bitter enttäuscht.

Sollte die Rettung (und ich liege dann auch gerne falsch) gelingen, müssen wir Konsequenzen nachhaltig einfordern. Man hat schließlich auch mit unserem Anleihen-Geld gezockt. Erst wenige Tage vor der Ratsentscheidung wird überhaupt eine Möglichkeit sichtbar, wie unser in die Alemannia investiertes Geld ausbezahlt werden kann. Mal ehrlich Leute: Jede Bank, bei der Ihr das rausbekommen hättet, hättet Ihr vors Gericht gezerrt und Euer Recht eingeklagt. Das geht auch bei der Alemannia!

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11 Kommentare

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Hustenbonbon · 5. März 2012 um 13:26

Ich glaube nicht, dass Du wirklich mit nein Stimmen würdest wenn Du im Stadtrat sitzen würdest!
Nicht weil die Situation in nder Tat so verfahren ist wie sie ist, nicht weil die Alemannia den Spielbetrieb aus dem Verein in eine GmbH ausgegliedert hat, nicht weil geklüngelt und gelogen wurde dass sich die Balken biegen, nicht weil verantworliche für das ganze Disaster zum Teil immer noch am Tisch sitzen und das sagen haben.
Nein ich glaube es deswegen nicht, weil eine insolvenz der Alemannia sowohl die Stadt als auch die Gläubiger noch viel kostspieliger käme als eine Rettung.
Und genau das lieber Friedrich hast Du offenbar komplett vergesssen. Genau das ist aber die entscheidende Motivation und die legitimirende Rechtfertigung für eine Rettung der Alemannia durch die Stadt mit Krediten und absicherung über Steuergelder. Eine Rettung kommt den Steuerzahler schlicht billiger als eine Insolvenz.

Und weil dieser ganz entscheidene Kernaspekt in der Frage bei Deiner Argumentation vollkommen fehlt ist dieser Blogartikel so ausgesprochen schlecht und einseitig und undurchdacht wie er leider ist.
Bei allem Verständnis für all die Enttäuschung die zwischen den Zeilen daraus sprechen, ich bin froh dass andere im Stadtrat sitzen, die diese Thematik mit kühlerem Kopf und mehr Sachverstand und Faktenhintergründen entscheiden als Du in Deinem Alemanniafrust bei all dem offenbar bedenkst.

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M.Groß · 5. März 2012 um 14:09

Könnte es vielleicht auch sein, daß ein Zweitligist gar nicht in der Lage ist, ein neues Stadion selbst zu bauen und zu finanzieren ? Welcher andere Verein, der nicht in der 1.Liga spielt, hat das denn geschafft ? Weshalb baut die Stadt Essen z.B. das neue Essener Stadion ?
Mit dem alten Tivoli wäre über kurz oder lang Profifussball in Aachen nicht mehr möglich gewesen. Ein Stadionneubau war demzufolge ein muss. Es wäre besser gewesen, wenn die Stadt Aachen von Anfang an beim Neubau beteiligt gewesen wäre. Nach meiner Meinung wird diese Beteiligung jetzt endlich (hoffentlich) nachgeholt.

Friedrich

Friedrich · 5. März 2012 um 15:39

Hallo Hustenbonbon,
es steht außer Frage, dass die Insolvenz der Alemannia Aachen Stadion GmbH und somit der Alemannia Aachen GmbH die Stadt Erbpacht & Steuereinahmen kostet. Auf der Bürgschaft von bisher 2,5 Millionen Euro bliebe man auch sitzen. Allerdings, so doch der aktuelle Stand, sind die 18 – 20 Millionen Euro um dies es am Mittwoch gehen wird, gar nicht besichert. Die anderen Gläubiger kommen doch auch im Falle einer Insolvenz noch ganz gut weg, da sie vorrangig besichert sind.

Was also wenn auch dieses Rettungspaket das Papier nicht wert ist auf dem es steht?

Übrigens: Ich habe weder vergessen noch ignoriert, dass eine Rettung die Stadt kaufmännisch besser trifft, als eine Insolvenz der Alemannia. Ich sehe aber nicht, dass dieses Paket eingehalten wird bzw. dass es dann auch auf die nächsten 12,3 Jahre die letzte Finanzspritze gewesen ist.
Dein Argument, eine Rettung wäre unerlässlich, da die Kosten bei Insolvenz höher und schlimmer wären, sehe ich halt so nicht. Und es ging und geht mir natürlich auch um die anderen Punkte. Seien wir aber ehrlich: Würde der Stadt Aachen nicht der finanzielle GAU drohen wenn die Alemannia Insolvenz anmelden muss, würde sie schon früher abgewunken haben.

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Hustenbonbon · 5. März 2012 um 16:44

Hallo Friedrich,
sicher hätte die Stadt wohl schon längst viel früher abgewunken wenn eine Insolvenz kein GAU wäre. Nicht umsonst hat und ziert sie sich derzeit weiterhin so sehr.
Ganz zurecht.
Und auch Ich halte das Rettungspaket nicht unbedingt langfristig für ausreichend. Ja das Risiko besteht eindeutig, dass es früher oder später nochmal nachgebessert werden muss und weitere Hilfe notwendig wird.
Aber genau weil eine Insolvenz der GAU wäre, nicht nur moralisch und öffentlichkeitswirksam oder für dielokale Freizeit- und Kulturlandschaft sonder eben ganz besonders leider auch finanziell für die Stadt und damit den Säckel der Steuerzahler bleibt der Stadt kaum etwas ausser einzuspringen und zu helfen indem günstige Kommunalkredite weitergereicht werden und finanzielle Risiken vom Steuerzahler geschultert.

Wie von M Groß auch schon angemerkt: in nahezu allen anderen Fällen von modernen Stadionbauten wurden solche kommunalen Hilfestellungen von vorneherein geleistet um ein Stadionprojekt überhaupt erst zu ermöglichen. Im Regelfall sogar auch umfassender und risikoreicher als hier in Aachen jetzt zur Debatte steht.
Selbst in Gladbach wurden kommunalkredite gewährt die zudem erst ganz zuletzt nach tilgung der Privatkredite abgelöst werden. Dort wie in Köln und in Mainz und sonstwo wird all das als Erfolg verkauft und als solide Finanzierung gelobt und beweihräuchert. Bei uns engagiert sich die Stadt selbst im Falle der Verabschiedung des Rettungspaketes finanziell weit weniger und es wird als Katastrophe und Schuldengrab verkauft.
Der eigentliche Kernunterschied im Vergleich zu nahezu allen anderen Stadionprojekten zumnindest alle bislang sozusagen auch finanziell erfolgreichen liegt doch nur darin, dass hier in Aachen vorher beim Bau eine Finanzierung ohne öffentliche Beteiligung mit kommunalkrediten lediglich nur mit Bankbürgschaften zur Absicherung für Privatkredite versucht wurde. Und dieses unternehmen ist eben leider gescheitert, beziehungsweise zum Scheitern verdammt gewesen.
Letztendendes steht Aachen aber selbst mit Rettungspaket noch risikoloser und unbelasteter da als viele andere Kommunen die beim Stadionbau unterstützend eingegriffen haben oder noch eingreifen.
Das Rettungspaket wäre im Ergebnis allemal kein GAU und keine Katastrophe, es wäre eine Korrektur eines nicht realisierbaren Finanzierungsansatzes bei dem die Stadt in der Stadionfinanzierungaussen halt nahezu komplett aussen vor gelassen werden sollte.
Das war der eigentliche Irrtum, nicht der notwendige Stadionbau selber. Hätte die Stadt ihr engagement im Rahmen des zur verabschieeung stehenden Rettungspaketes nicht im nachhinein sondern gleich zu Beginn angeboten, dann wäre die Finanzierung wohl erfolgreich gelungen und als Erfolg verkauft, begründet, akzeptiert, und kaum je öffentlich kritisch hinterfragt worden. Jetzt ist es ein Rettungspaket für eine gescheiterte versuchte Finanzierung, das ergebnis klingt bei identischen Kosten und Risiken einfach nur unpopulär, unschön und nach Schuldenfalle statt nach glänzendem Fortschritt und Aufbruch mit einem Stadionbau wie es sonst der öffentliche Anschein gewesen wäre hätte man die Finanzierung von vornehrerin so gestaltet.

Auch wenn das zur Diskussion stehende Rettungspaket gegebenenfalls noch nicht ganz ausreichen mag und zukünftig nochmal kleineren Nachbesserungen bedürfen mag, es ist selbst dann immer noch richtig und angemessen und vergleichsweise kostengünstig wenn man es mit der öffentlichen Unterstützung mit Steuergeldern anderer Stadionprojekte vergleicht.
Nur der weg dahin ist dich wahrlich ausgesprochen unschön und unklug, nicht aber das faktische Endergebnis des Problemlösungsprozesses. Das wird weit besser sein als anderswo, das Ergebnis kann sich nämlich auch selbst mit den notwendigen Nachbesserungen und dem Rettungspaket nach wie vor wahrlich sehen lassen, wenn man es ganz nüchtern uns sachlich anhand der Zahlen mit all den anderen Stadionprojekten vergleicht.
Die Stadt Aachen und der Steuerzahler wird immer ncoh weniger belastet als in vielen andere vergleichbaren Fällen wie etwa in Mainz, Dresden, Gladbach, Köln und so weiter und so fort.

Friedrich

Friedrich · 6. März 2012 um 10:29

Was verstehst Du unter “kleine Nachbesserungen”? Bisher sind keine Planungen und Kalkulationen aufgegangen und auch das aktuelle “Konzept” ist noch nicht mal fertig. Heute erst Termmin der Stadt beim Land und mit Hellmich ist auch noch nichts fix. Es gibt Fortschritte aber keine unterschriebenen Verträge oder Vereinbarungen.

Was passiert, wenn die 8 Millionen irgendwie aufgetrieben sind (ggf. zu teurem Zins?!) und uns ins 2 Jahren das nächste Kapitel droht? Es muss jetzt vernünftig gemacht werden!

Du schreibst ja selber, dass es so ist. Ich verstehe daher nicht, was also jetzt an meiner Meinung und Einstellung schlecht und undurchdacht ist?

Ich bin der Meinung, dass gewisse Voraussetzungen erfüllt sein müssen, bevor ich die nächsten Schritte unternehme.

Daher nochmals etwas anders ausgedrückt: Angenommen ich bin Ratsherr und der Verein Nr.1 der Stadt klopft – mal wieder – für finanzielle Hilfe an. Diesmal sogar noch existenzieller und wichtiger denn je. Die vorherigen Finanzspritzen und Bürgschaften stehen für mich bzw. die Stadt auf dem Spiel. Auch muss ich Steuern und Erbpachten “retten”. Also setzt man sich zusammen und überlegt. Schiesse ich nochmals was zu, um mein Ausfallrisiko zu minimieren? JA!!

Aber: Wenn mir zu viele Baustellen und Risiken vorhadnen sind, dass es dannach wirklich besser läuft, verzichte ich lieber auf das Geld, als dass ich mich für einen noch höheren Verlust rechtfertigen und verantworten muss.

So besser und eindeutiger?

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Hustenbonbon · 6. März 2012 um 14:57

Nein, nicht wirklich und es macht den polemischen Müll den Du im Beitrag selber schreibst auch nicht besser.

1. Von was für Verlusten redest Du da?
Bislang hat die Stadt keinen einzigen Cent verloren.
Und auch das Rettungspaket stellt keinerlei Verlust dar.
Nicht nur die Begrifflichkeit ist von Grund auf verkehrt sondern auch die Weise die finanziellen Risiken in Form von Bürgschaften und Haftungsrisiken beziehungsweise Ausfallrisiken als solche zu Werten und rechnen.

Du magst gerne der Meinung sein dass gewisse Vorraussetzungen für eine Unterstützung gegeben sein müssen, und das ist sicherlich auch so. Nur bislang hat die Stadt sich aus dem Stadionprojekt finanziell nahezu komplett raus gehalten und sie tut es auch weiterhin weitgehend. Das Rettungspaket ist doch nur deshalb ein Rettungspaket, weil sich in Deutschland ein Fußballstadion nicht ohne Absicherung vom Steuerzahler bauen und finanzieren lässt, es sei denn man hat die Kohle bar unter der Matratze liegen wie ein Herr Hopp oder Seinsch.
Noch einmal ganz langsam: Das finanzielle Engagement der Stadt Aachen um den Stadionbau zu ermöglichen war abgesehen bislang fast nicht existent, nur deshalb war die Alemannia doch gezwungen es ohne solch eine Absichernde Unterstützung zu versuchen. Der Versuch ist gescheitert. Jetzt muss die Stadt Aachen so wie nahezu alle anderen Städte deren Fußballvereine ein neues Stadion bauen oder gebaut haben in irgendeiner Weise helfen sonst geht die Alemannia bankrott. Das Rettungspaket was hier ausgearbeitet worden ist stellt weiterhin ein minimales Engagement der Stadt dar und beinhaltet keinerlei Verluste für den Steuerzahler. Verluste verbuchen hingegen sämtliche Gläubiger die sich bereit erklärt haben auf Forderungen zu verzichten um eine Insolvenz abzuwenden, nicht aber die Stadt.
Das finanzielle Risiko welches die Stadt Aachen eingeht ist dabei im Vergleich zu anderen Städten wie etwa Dresden, Mainz, Köln, Gladbach, nach wie vor gering. Dort haben Städte großzügige Kommunalkredite gewährt deren Tilgung erst nach vielen jahren überhaupt beginnt, oder sie haben sogar in Eigenregie als Bauherr ein Stadion errichtet welches sie dem Verein günstig vermieten. Dagegen sind doch die kleinen Bürgschaften und die rund 18,5 mio € an Kommunalkediten zu zinsgünstigen konditionen, welche die Stadt Aachen nun der Alemannia weitergeben will doch schon fast Kleinkram.

Redet man in Gladbach von Verlusten, oder in Köln, in Mainz? Nein, dort redet man von Erfolg und vorbildlicher Finanzierung, warum sind das keine Verluste? Wieso soll denn bitte sehr dann hier in Aachen von “Verlusten” die Rede sein oder von “Geld verbrennen” oder “verzocken” und all solche polemischen formulierungen wie man sie so oft liest und hört? Das ist einfach nur unfair und vergleichsweise ungerecht wenn man die selben Formulierungen nicht ebenso für den Borussiapark in Gladbach , den Müngersdorfer Sportpark, die Coface Arena, die Glücksgas Arena, ja und sogar für die weltweit stets so hoch gerühmte Allianz Arena ebenso verwendet.
In all diese so höchst erfolgreichen Stadionprojekte werden jeweils weit mehr Steuergelder hinein gepumpt als es in Aachen nun notwendigerweise angedacht ist.
Wer viel Geld “geschenkt” bekommt, der steckt natürlich auch kaum so schnell in finanziellen Schwierigkeiten wie jemand dem solch eine Vorzugsbehandlung nicht zuteil wird. Ist das denn so schwer zu verstehen?
Die Finanzmisere der Alemannia wurde duch überhaupt erst durch die Verweigerungshaltung der Stadt Aachen herbeigeführt und das wird jetzt wohl weitgehend behoben. Das ist die wahre Sachlage dahinter. und eben nicht das massenhaft Geld verbrannt oder Verluste gemacht wurden. Bislang hat die Stadt Aachen sich einfach davor gedrückt der Alemannia die in diesem Land übliche Hilfe zu gewähren, nur deshalb ist die Alemannia doch zur Zeit gegenüber all diesen so großzügig unterstützten Vereinen kaum noch wettbewerbsfähig.
Es gibt nur sehr wenige andere Beispiele, die mit der Alemannia Aachen im Punkt der Stadionfinanzierung ohne nennenswerte Hilfe von Stadt und Land vergleichbar sind, ein sehr bekanntes ist die Arminia Bielefeld und denen geht es noch viel dreckiger als der Alemannia.

All das lässt dein Blogeintrag mit seiner höchst polemischen Formulierungs- und Argumentationsweise komplett aussen vor.
Man muss ja den in unserem Land allgemein üblichen ausgesprochen großzügigen finanziellen Unterstützungen beim Stadionbau durch Stadt und Land nicht positiv gegenüber stehen, aber so zu tun als Wäre es die Alemannia ganz alleine schuld und einfach nur unfähig mit all solchen finanziell aufgepäppelten Stadionprojekten und Vereinen zu konkurrieren das ist einfach nur ungerecht und unredlich. Der Wettbewerb ist stark verzerrt, dafür kann aber die Alemannia nichts. Ein Stadionbau ohne Ausfallabsicherung und fünstuige Finanzierungskonditionen über den Steuerzahler ist schlicht zu teuer in der Finanzierung, als das man damit dann noch wettbewerbsfähig bleiben kann. So sieht es aus, und das jetzt zur Abstimmung stehende Engagement der Stadt stellt das absolute Minimum dar, damit überhaupt eine Überlebensfähigkeit wieder hergestellt werden kann ohne das die Stadionfinanzierung den Verein erdrückt.
Mit Verlusten für den Steuerzahler hat all das bisher noch überhaupt nichts zu tun.

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Friedrich · 6. März 2012 um 15:31

Ich stelle fest, dass Du nicht verstanden hast, was ich meinte! Wo sprach/schrieb ich von schon bezahltem Geld?

Wie Du doch sehr richtig schreibst, wurde noch keine Zahlung getätigt. Aber das Risiko, dass man die Bürgschaften gewähren muss wird immer höher. Also vermeiden oder die Bürgschaft zahlen (5 Millionen) oder nochmals für 18-20 Millionen bürgen und im Falle des Falles auch diese noch zahlen.

Steigt die Alemannia ab, trägt die Alemannia die Finanzlast und muss die Kredite bedienen. So sieht es aus und das ist das Risiko von dem ich sprach. In Verbindung mit inkompetenten und bisher eher erfolglosen Verantwortlichen sehe ich halt die Gefahr, dass in noch nicht mal 12 Monaten die nächste Kreditvergabe ansteht.

Alemannia ist das kleine Griechenland und der Vergleich mit den anderen Clubs hinkt in meinen Augen auch. Nicht, dass sie nicht unterstützt wurden, aber da lief es von Anfang an anders und man hat die Finanzierungen anders aufgezogen. Und auch von dort kommen kritische Stimmen. Aber die werden genauso geschickt unterdrückt und auf kleiner Flamme gehalten wie hier.

Ich sehe nicht ein, dass es “weil es die anderen so machen” ein Persilschein für die Alemannia angebracht ist. Außerdem hängen an dem Konstrukt noch “angenehme Nebeneffekte”.

Fragst Du dich nich auch, was der “Vermartungsvertrag” zur Sicherung der Fananleihen beinhaltet? Da werden Einnahmen zum Einmalbetrag verkauft, auf längere SIcht nicht mehr im Zugriff sind. Und wenn man mit dem Rücken zur Wand steht, stinkt das nach dem Verkauf des Tafelsilbers.

Wenn das also weg ist, und dann erneut Geld notwendig ist, hat man nichts mehr als Gegenwert (beispielsweise für die Stadt).

Ich sehe hier keine Polemik oder Undurchdachtheit, aber ich setze halt auf Provokation und verständliche Gedankengänge. Würde ich den ganzen Sachverhalt ausformulieren, würde es ein dickes Buch und es würde ungelesen in der Ecke liegen. Aber warte ruhig ab und ich wette mit Dir, dass ich Recht behalte. Du darfst mir gerne einen Einsatz vorschlagen wenn ich falsch liege, gerne für einen guten Zweck.

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Hustenbonbon · 6. März 2012 um 16:23

Wenn Du den ganzen Sachverhalt nicht ausformulieren möchtest sondern Dich stattdessen lieber nur auf Polemik und Provokation beschränkst, dann braucht man sich ja wohl auch nicht darüber zu wundern, wenn dann nur so etwas miserables wie oben bei heraus kommt.

Friedrich

Friedrich · 6. März 2012 um 20:53

Wie galant Du die Dinge doch immer überliest… Schade eigentlich. Du erinnerst mich da an jemandem aus dem Fanforum.

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Hustenbonbon · 7. März 2012 um 11:15

Mach Dir doch als Blogger einfach mal die Mühe und schreib’ das was Du anschließend hier so breit erklärst und diskutierst gleich in deine Beiträge rein.
Deine Kommentare hier unten sind wesentlich fundierter und lesenswerter als der Beitrag oben selber, der ist wie gesagt einfach nur schlecht und polemisch.

Wenn man deinen Blog in ketzter Zeit so liest meint man da hat wohl jemand eine ganze Menge Wut und Ärger angestaut, die er hier öffentlich raus lässt.

Dein Angriff auf Heyen für den Du dich ja entschuldigt hast und was du sonst in letzter Zeit im Blog so geschrieben hast, ist momentan leider echt ausgesprochen mäßig und nicht unbedingt immer all zu Gehalt- und Niveauvoll. Weil Du eben mit deiner Schreibweise einfach nur noch zu provozieren versuchst und dabei viel zuviel aussen vor lässt.
Das ist doch im Grunde nicht wirklich etwas anderes als sensationshascherische Bildzeitungs-
Strategie. Texte nur noch auf Provokantes und Aufmerksamkeitshaschendes zu reduzieren.

Deine eigene Meinung ist doch viel differenzierter und besser begründet und nachvollziehbarer als das was im Blog oben geschrieben steht. Das merkt man doch an deinen Argumenten in der Diskussion hier darunter, dass Du das deutlich besser kannst.

Deine Meinung sei Dir ja auch unbenommen und ist auch völlig legitum und so wie Du’s hier unten begründest durchaus nachvollziehbar.

Nur im Blog oben machst Du Dir diese Mühe leider nicht sondern schreibst nur plump effekthascherisch. Das fängt übrigens sogar schon bei der Überschrift an. – Du sitzt halt nun einmal nicht im Stadtrat und Du entscheidest auch nicht wirklich darüber. Jetzt ganz bis zum Ende haarklein auszudiskutieren was du wohl machen würdest wenn du dort säßest führt nicht wirklich zu viel, deswegen habe ich das nicht weiter geführt. Sondern meinen letzten Kommentar einfach mal ebenso nur provokant auf den Kern reduziert, weswegen ich überhaupt auf deinen Text mit einem Kommentar geantwortet habe.

Der Blogeintrag oben ist halt leider einfach schlecht geworden, eben genau weil Du, wie Du selber sagst dir nicht die Mühe gemach hast das detailierter auszuformulieren, sondern stattdessen lediglich auf einfache Argumente und Provokationen setzt.

Ob Du was das Rettungspaket und weitere mögliche Kredite angeht Recht behälst oder nicht macht doch deine Blogeinträge nicht besser oder schlechter.
Und das hier auszudiskutieren was für Nachbesserungen am Rettungspaket nötig werden mögen oder nicht, das ist doch momentan zum jetzigen zeitpunkt auch eher Kaffeesatzleserei und müßig. Ausserdem habe ich meine eigene Meinung dazu schon ausführlich genug Kund getan, es steht alles schon da, ich würde mich da nur wiederholen.

Ich diskutiere hier nur mit Dir so ausführlich, weil ich es einfach nur so ausgesprochen schade finde, dass Du all diese Argumente aus dem Blog raus lässt, nur um reisserisch oder effekthascherisch Provokationen zu verfassen damit es häufiger gelesen wird.

Wenn man die letzten Beiträge von Dir so anschaut könnte man schon fast vermuten da schreibt einer, der die Alemannia, aber insbesondere die “da oben”, kaum noch ausstehen kann. Dabei bist Du doch in Wirklichkeit ein absoluter Vollblutfan der mit viel Herz an der Alemannia hängt!

Ja es läuft vieles schief in unserem Klömpchensklub, viel zu viel, aber billige Polemik oder im Extremfall Spott sollten wir trotzdem den Kölnern und Gladbachern überlassen, das brauchen wir Alemannen wahrlich nicht auch noch selber für die zu übernehmen, so enttäuschend und schmerzlich vieles auch sein mag, das beherrschen die doch eh besser als wir.

Schreib’ doch zur Abwechslung stattdessen vielleicht einfach mal einen Liebesbrief an unsere Alemannia, den lesen dann mit Sicherheit mindestens genauso viele, bestimmt sogar viel mehr Leute, als das was du in letzter Zeit über sie so hergezogen hast. Und elegant verpacken kannst Du übrigens all deine mehr oder weniger berechtigte Kritik und deine Meinung über die Misstände direkt in oder zwischen den Zeilen dann meinetwegen auch gerne mit drin, das macht es dann hoffentlich nur interessanter und lesenswerter und regt zum nachdenken und Reflektieren an.

Friedrich

Friedrich · 14. November 2012 um 15:29

Moin Hustenbonbon, also ich habe ein Dejá Vu….

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