Tivoli: 15% gehören jetzt der Stadt

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Die außerordentliche Jahreshauptversammlung der Alemannia dauerte genau 2 1 Stunde. Die anwesenden 133 stimmberechtigten Mitglieder votierten für die Erhöhung der städtischen Anteile an der Alemannia Aachen Stadion GmbH. Hier die Zusammenfassung.

Die Aachener Beteiligungsgesellschaft (ASB) wird am 01.02.2015 den Tivoli von der Alemannia Aachen Stadion GmbH für den Kaufpreis von einem Euro übernehmen. Damit „schwere Gespräche mit dem Finanzamt vereinfacht“ (Dr. Barth) werden können, lautete die Bitte der Stadt an die Alemannia: Erhöht unseren Anteil an der Alemannia Aachen Stadion GmbH auf 15%. Damit ist die Stadt beim Kauf auf der sicheren Seite. Sollte die Bewirtschaftung des Tivoli sogar einen Gewinn abwerfen, so müsste dieser mit 5% versteuert werden. Ohne die Erhöhung der Anteile wären es 100%.

Anteile-Alemannia Aachen Stadion GmbH-StadtAachenDiese Erhöhung der Anteile stellt also eine Formsache dar. Die gestellten Fragen bezogen sich vor allem auf die Zukunft. So stellte Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp klar, dass man den Tivoli dauerhaft betreiben wolle. Ein Verkauf an einen Investor sei weder in Planung noch im Konzept vorgesehen. Auch eine anderweitige Hauptnutzung (z.B. Konzerte) schließt er aus. Dr. Barth, zuständiger Dezernent,  versicherte, dass die Stadt zu 100% für das Stadion verantwortlich ist.

Im späteren Verlauf erklärte Marcel Philipp zudem, dass man bei der Vermietung drauf achte, dass es für die Zukunft passend ist. So zieht mit dem Casino (Westspiel) ein Mieter nur für eine bestimmte Zeit ein. Es ist bereits jetzt klar, dass das Casino nicht dauerhaft im Tivoli sein wird. Steigt Alemannia (mehrfach) auf, bestünde also durchaus auch der Platz.

Es ist dann alles bei uns. Alle Beine bleiben bei der Alemannia, alle Steine bleiben bei der Stadt. Dr. Lothar Barth

Klar Stellung wurde auch zu den Mängeln am Stadion bezogen. Dr. Barth erläuterte dies. Man habe mit dem Insolvenzverwalter der Alemannia Aachen Stadion GmbH Klage gegen die Firma Hellmich eingereicht. Mit Übernahme des Stadions durch die Stadt übernimmt man auch diese Klage.

Auf Nachfrage bestätigte der Oberbürgermeister auch die Miete von 150.000 € in der Regionalliga und 300.000 € in der dritten Liga. Weitere Zahlen wurden nicht genannt. Man sei noch nicht bei 2.er oder 1.er Bundesliga. Auch weitere Zahlungen – wie hier in der Zeitung bereits genannt – wurden nicht genannt. Bestätigt wurde aber durch Vizepräsident Deutz, dass man eine erfolgsabhängige Miete zahlen werde. Dies sei auch besser, als ein von vornherein fixer hoher Mietbetrag.

Wir sind dankbar für diese Lösung. Die Stadt hat dasselbe Interesse wie wir. Thomas Deutz, Vizepräsident Alemannia Aachen

Nachgefragt wurde die Sicherheit der Vereinbarung. Mit Verweis auf die Problematik beim FC Kaiserslautern erwiderte Dr. Barth, dass die Alemannia eine GmbH sei und bei Kaiserslautern eine GmbH & Co. KG. Man habe viel in der Republik telefoniert, das Land NRW bestätige die Angelegenheit. Es ist sauber.

Namensrechte nicht bei der Stadt

Die Frage nach den Namensrechten übergab Dr. Barth der Alemannia. Diese Rechte hält Alemannia Aachen. Thomas Deutz sieht den Tivoli als starke Marke – egal was außen drauf steht. Man wolle den Namen natürlich halten, doch sagte er dazu wie folgt: „Es ist nichts absehbar. Aber wenn jemand kommen würde – der jährlich viel Geld dafür bezahlt – müssen Sie uns zugestehen das zu prüfen.“ Der Zwischenruf aus dem Saal „Tivoli ist der Hammer“ sorgte natürlich für Lacher.

Die Abstimmung über die Anteilserhöhung erfolgte anschließend in geheimer Wahl. Hatte ich doch tatsächlich als einziger im Saal die Hand gehoben auf die Frage „Wer ist gegen eine Abstimmung per Handzeichen?“. Naja, 5 der 133 Mitglieder enthielten sich. Wer weiß ob sie sich bei öffentlicher Abstimmung enthalten hätten. Wie auch immer: Die Zwischenzeit wurde für eine Präsentation des Weihnachtssingen (am 21.12.2014 ab 17:00 Uhr auf dem Tivoli) genutzt.

Zum letzten Tagesordnungspunkt „Anträge / Sonstiges“ gab es im Vorfeld keine Mitteilungen. Es wurden daher Fragen zum Klömpchensklub und Fanshop beantwortet.

Die ASB wird einen Aufsichtsrat erhalten. Dieser wird im April über die Angebote zweier Reha-Studios sowie das Angebot der WABe e.V. entscheiden. Bestandteil der Angebote ist, dass nichts „kaputt gebaut werden darf“ (Dr. Barth). Für den Fanshop wird eine gesonderte Miete fällig, so er gehalten werden soll. Heinz Maubach, Präsident Alemannia Aachen, sagte dass man nur Wünsche äußern könne.

Ebenfalls wurde gefragt, was denn wäre, wenn ein Spieltag mit einer anderen Anmietung in Konflikt stehe. Witterungsbedingt, Verbandsauflage oder ein Pokalspiel – denkbare Szenarien. Thomas Deutz erläuterte kurz, dass Spieltermine von der Staffelleitung, dem Gegner und der ZIS abhängig sind. Bis jetzt sei es da auch schon mal zu einer Überschneidung gekommen. Dies habe man aber lösen können.

Es war eine schnelle und recht unspektakuläre außerordentliche Mitgliederversammlung im Eventbereich des Tivoli. Spannend wird der Mietvertrag zwischen Stadt und Alemannia werden. Mal sehen. Vielleicht gibt es ja noch vor Weihnachten ein paar aktuelle Infos dazu.

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