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Nun ist es auch richtig offiziell: Die Alemannia Aachen GmbH bittet die Stadt Aachen um Geld. Liquiditätsengpässe von ca. 3 Mio € müssen überbrückt werden. Der Hauptsponsor, die AachenerMünchener Versicherungen, sind mit im Boot und auch bereit eine “Finanzspritze” zu setzen – vorausgesetzt die Stadt gibt auch etwas.

Als Anfänger der Alemannia kommen da natürlich böse Erinnerungen hoch. Bilder werden wieder klar im Kopf. Ein Willi Landgraf stand mit der Sammelbüchse in der Adalbertstr. – er war sichtlich mitgenommen als selbst Kinder ihr kleines Taschengeld einwarfen. Szenen wie diese werden sich wohl nicht so schnell wiederholen. Schon alleine weil mir persönlich kaum ein Spieler der Alemannia einfällt, den man mit Landgraf vergleichen könnte.

Der Verein Alemannia Aachen wird derzeit von einem Trainer und einer Mannschaft repräsentiert, die weder Leidenschaft noch Herzblut verkörpert. Und jetzt soll die Stadt auch noch Geld in den Verein stecken…

Ich bin zwar Fan aber ich bin auch Bürger dieser Stadt Aachen. Schulen, kleine Vereine oder Arbeitslose sowie Kinder und Jugendliche haben in meinen Augen einen wesentlich höheren Anspruch auf das Geld – was de facto ja auch nicht wirklich da ist…

Die Vereins- und Geschäftsführung der Alemannia hat scheinbar nicht aus den vergangenen Jahren und Jahrzenten gelernt. Nun steht jeder Alemanniafan da und muss sich bei seinen Mitbürgern die Frage gefallen lassen, warum die Stadt (so wird es ja wahrscheinlich kommen) dem Verein Geld gibt aber andere Vereine seit Jahren für einen Bruchteil dessen kämpfen, betteln und zurecht fordern.

Die sportliche Situation war diese Saison weiß Gott keine angenehme Sache aber nun werden die längst befürchteten Szenarien Realität.

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3 Kommentare

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Ansgar Offermanns · 21. April 2010 um 13:10

Die Frage, ob dieser Art von Subventionierung gut wäre oder nicht, ist sicherlich nicht ganz einfach. Auch dann, wenn man wie ich kein Fußball-Fan ist.

Die Allemannia ist für Aachen auf jeden Fall ein wichtiges Symbol. Auch wenn ich sie eher als Unternehmen sehe und nicht als Verein. Aber das ist halt meine sehr nüchterne Sicht von außen auf den Profifussball – für mich ist das nur “nebenbei” Sport und in erster Linie Geschäft. Und da frage ich mich: würde jemand für Zentis und Phillipps spenden, wenn da jemand in der Fußgängerzone mit der Sparbüchse steht?

Wenn man aber dennoch die Allemannia als wichtige “Institution” in Aachen sieht, die eben mehr als ein bloßes Unternehmen ist, dann finde ich es nur legitim, wenn man sie mit anderen wichtigen Institutionen und Vereinen vergleicht, die kein Geld oder zumindest immer weniger Geld von der Stadt erhalten.

Aus meiner Sicht würde ich deshalb nur eine Bürgschaft befürworten, aber keine Finanzspritze.

Friedrich Jeschke

Friedrich Jeschke · 21. April 2010 um 13:23

Da gebe ich Dir Recht! Bei einem Verein, der gleichzeitig ein Wirtschaftsunternehmen ist, ist viel mehr Emotion im Spiel.

Ist eine heikle Sache und ich kann Jeden verstehen, der sagt: Gebt der Alemannia kein Geld. Sonst köntte ja jedes Unternehmen kommen.

Der Friedri.ch – vür Oche wa » Blog Archive » Skandal im Stadtrat · 21. April 2010 um 12:14

[…] So entscheidet heute der Aachener Stadtrat über die finanzielle Unterstützung (Bürgschaft in Höhe von 5,5 Millionen Euro) für den angeschlagenen Fußballverein Alemannia Aachen. Das ich hier klar zwiegespalten bin kann ich nicht verleugnen (hier auch ein Kommentar von mir dazu). […]

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