Nachgefragt bei Oliver Laven

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Ich schrieb bereits etwas zum erfolgten Urteilsspruch im Prozess zwischen Alemannia Aachen und Michael Kölmel. Zudem bat ich die Alemannia und Herrn Kölmel um ein Statement. Für die Alemannia hat Oliver Laven, Mitglied des Präsidiums und Aufsichtsrates, sehr schnell zugesagt und auch geantwortet. Laven war maßgeblich an den Verhandlungen beteiligt.

Ich habe die Fragen per Mail an Herrn Laven geschickt und entsprechend beantwortet bekommen. Daher übernehme ich den vollständigen Wortlaut. Es sei erwähnt, dass es eine lange Zeit gab, wo man nicht einmal eine Rückmeldung von Seiten der Alemannia erhielt.

Herr Laven, wie sieht der Vergleich mit Herrn Kölmel final aus ?

Nach dem Vergleich vom 30.12.2013 erklärt die MB Fußballbeteiligungs-und Vermarktungs GmbH hinsichtlich sämtlicher gegenwärtiger und zukünftiger Ansprüche zur Vermeidung einer Überschuldung oder eines  sonstigen Insolvenzgrundes des TSV einen Rangrücktritt. Im Gegenzug wird die MB für die Dauer von 12 Jahren an TV-Erlösen in Höhe von jährlich 15% beteiligt, soweit diese aus der Teilnahme am Spielbetrieb der 1. oder 2. Bundesliga oder dem DFB-Pokal resultieren. Die 12-jährige Laufzeit beginnt mit dem erstmaligen Aufstieg in die dritte Liga. Nach Ablauf der 12 Jahre  verzichtet die MB auf sämtliche Forderungen.

Wieso hat die Urteilsverkündung nun doch etwas länger gedauert? Der Vergleich erfolgte ja bereits im Dezember 2013.

Die Bestimmung des Verkündigungstermins fällt in die Zuständigkeit des Oberlandesgerichts. Die Parteien haben hierauf grundsätzlich keinen Einfluss. Die Terminierung auf den 09.07.2014 dürfte der hohen Arbeitsbelastung des  erkennenden 16 .Zivilsenats geschuldet sein.

Wo waren die großen Hürden des Vergleichs?

Die größte Hürde bestand wirklich in dem verloren gegangenem Vertrauen, welches erst mühsam zurückgewonnen werden musste. Ich musste Prof. Dr. Kölmel in vielen persönlichen Gesprächen überzeugen, dass Alemannia wieder ein ehrlicher und  zuverlässiger Partner ist.

Im Urteil wird eine Summe von 1.329.358,89 € zzgl. Zinsen gennant. Wie hoch sind die Zinsen? Wie hoch ist also die Gesamtsumme?

Auf den Betrag von 1.329.358,89 € sind nach dem Urteil Zinsen in Höhe von 5 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz seit dem 03.05.2009 geschuldet.

Theoretische Frage: Die Alemannia kommt wieder zu Geld und könnte die Summe doch zahlen. Gibt es eine Ausstiegsklausel für einen derartigen Fall?

Eine Ausstiegsklausel ist in dem Vergleich nicht vorgesehen.

Anmerkung

Auf Nachfrage bestätigte Herr Laven, dass ab Beginn der Frist jede Pokalteilnahme Teil des Vergleichs ist. Dies gilt somit bereits ab der dritten Liga und auch für den Fall, dass man aus dieser wieder absteigt und dennoch am DFB-Pokal teilnimmt.

In meinem Artikel “Kölmel reichen zwei Jahre” hatte ich die Gesamtsumme auf ca. 2,5 Millionen € hochgerechnet. Dabei ging ich von einem höheren Wert als 5% über dem Basiszins aus, da die 5% bei Verbrauchergeschäften gerechnet werden. Handelsgeschäfte liegen derzeit bei 9% über dem Basiszins – und für mich in diesem Fall der logischere Wert. Daher beträgt die finale Summe 1.682.786,25 €. Auf diese werden ab August 2014 jährlich 56.000 € Zinsen fällig.

3 Antworten auf “Nachgefragt bei Oliver Laven”

  1. Hi Fritz,
    erkläre uns doch bitte endlich, wie Du bei einer Forderung von ca. 1.3 Mio. Euro aus 1999 auf gerade einmal 380.000 Euro Zinsen kommst..
    Rechne bitte selber nach unter http://www.basiszins.de. Dort kommt man auf ca. 1.3 Mio. Euro alleine an Zinsen!

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