Es bleiben Fragezeichen

WEB Fanabend Alemannia Aachen Tivoli 14.03.2016

Alemannia Aachen lud zum ersten Fanabend des Jahres 2016. Unter der Moderation von Stadionsprecher und Verwaltungsratsmitglied Robert Moonen, stellten sich Trainer Fuat Kilic, Sportdirektor Alexander Klitzpera, Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Christian Steinborn sowie Alemannia Geschäftsführer Timo Skrzypski den Fragen der gut 100 Besucher. Eine knappe Zusammenfassung nach Themen.

Fuat Kilic und Alexander Klitzpera waren nach 50 Minuten erstmals gefragt. Sportlich herrscht bei den fragenden Fans eine pessimistische Grundstimmung. „Wie motiviert man die Mannschaft, wenn der Zug nach oben abgefahren ist?“ lautete beispielsweise eine der Fragen. Kilic argumentierte kämpferisch und selbstbewusst, dass man noch viel zu gewinnen hat: Es geht um Zuschauer und um eine gute Ausgangsposition. Die mentale Stärke sei leider nicht ganz so gut wie erhofft und somit appellierte er auch an die Fans, etwas Geduld zu haben. Er ist seit der Rückrunde dabei. Er wolle das Maximale erreichen.

Auch Alexander Klitzpera äußerte sich zu den Perspektiven. Leider sei beispielsweise die Resonanz der regionalen Vereine noch sehr gering. Man bietet mit dem Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) Workshops an, die bei den teilnehmenden Vereinen sehr gut ankommen – davon gibt es noch zu wenige. Alemannia ist auch in diesem Bereich noch weit von einem großen Vertrauen entfernt, welches wiederum Stück für Stück aufgebaut werden muss.

Schwerpunkt des Abends war, wie kaum anders zu erwarten, die eines möglichen Investors. Hier war vor allem Dr. Steinborn der Mann mit dem meisten Redeanteil der Veranstaltung. Der Aufsichtsratsvorsitzende betonte, dass es noch keine konkreten Verhandlungen gibt.

Es gibt keine Tabus und sämtliche Überlegungen sind von einem Team zu erwarten, dass die Aufgabe hat (und sich selber gab) für die Zukunft zu planen. Auf die eingangs gestellte Frage zu den aktuellen Informationen, stellte Dr. Steinborn zunächst die Frage den Fans zurück: „Wie viel ist Alemannia eigentlich wert?

Doch es wurde nachgefragt. Der Artikel des Fanzines In der Pratsch „Das Geschacher“ hatte sicherlich mit dazu beigetragen, dass so viele Fans da waren. Dr. Steinborn wurde allerdings nie konkret. Ausschließen wollte er allerdings genauso wenig, dass es auf einer (außerordentlichen) Mitgliederversammlung einen Tagesordnungspunkt dazu geben könnte. Dr. Steinborn antwortete auf die Frage „Gab es ein konkretes monetäres Angebot?“ umgehend mit „Nein!“. Auch dementierte er vorangeschrittene Gespräche. Von Verhandlungen könne keine Rede sein. Ebenso sei ihm Arena 11 zwar ein Begriff, nannte ein paar Namen, doch zum konkreten Geschäftsmodell gab es keine Auskünfte.  Es sei auch kein Geheimnis, dass man im Dialog mit Michal Kölmel steht. Alleine da es ein wirtschaftliches Interesse seitens Kölmel gibt, dass Alemannia schnellstmöglich aufsteigt.

Ziel ist eine solide Geldquelle zu erlangen, die mit allen seriösen Mitteln gewonnen werden soll. Am Ende entscheidet darüber schließlich der Souverän, die Mitgliederentscheidung, und nicht der Aufsichtsrat.

Auf Nachfrage stellte Dr. Steinborn zudem klar, dass Simon Rolfes auf die Alemannia zugekommen ist und sich mit Oliver Larven getroffen hat. Dies wusste der Aufsichtsrat. Dr. Steinborn selber habe aber noch nicht mit Simon Rolfes gesprochen.

Alemannia ist laut AR Dr. Steinborn Geschäftsführer Timo Skrzypski weiterhin defizitär unterwegs, doch noch lange nicht von einer erneuten Insolvenz bedroht. Hintergrund sind vor allem hohe Kosten aus Altverträgen, die man auch aus der Insolvenz übernehmen musste. Skrzypski verriet den Etat von ca. 5 – 5,5 Millionen Euro, von denen 1/3 in die erste Mannschaft fließen. Man werfe kein Geld zum Fenster hinaus, doch sind zum Beispiel die Ausgaben für das Sicherheitskonzept (u.a. Ordner) immens.

Auch der Zuschauerschnitt macht sich, wie branchenüblich, anhand der sportlichen Leistungen bemerkbar. Von 30% in der Vorsaison, liegt man nun bei 18% Deckung. „Ohne den Traum der dritten Liga“ (Timo Skrzypski) kommen halt weniger.

In diesem Zusammenhang sind auch die Nachrichten zum NLZ mit einem Rückschlag verbunden. Durch eine Änderung der Bewertungszeiträume kann die Alemannia frühestens 2020 in den Genuss von Fördergeldern kommen. Ziel war diese früher zu bekommen.

Ein persönliches Fazit möchte ich an dieser Stelle nicht abgeben. Dazu ist es mir erstens zu spät und zweitens waren mir die Aussagen zum Thema Investor zu vage. Ich denke, zum Thema Investor wird in den kommenden Wochen noch genug Kommentare geben. Sicherlich auch hier 😉

PS: Wenn ich etwas vergessen habe oder unvollständig sein sollte: Bitte in die Kommentare packen, danke!

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