Klömpchensklub: Noch ist nichts entschieden

Diskussionsabend im Werner-Fuchs-Haus zum Erhalt des Klömpchensklub im Tivoli

Es sorgte für Aufregung als in den Medien berichtet wurde, dass die Fankneipe im Tivoli – der Klömpchensklub – einem Fitnessstudio weichen solle und gleichzeitig ein soziales Projekt des WABe e.V. nicht umgesetzt werden könne. Die FAN-IG lud daher die Parteien zum Diskussionsabend. Eine Zusammenfassung.

André Bräkling, Sprecher und Vorsitzender der FAN-IG, begrüßte Alois Poquett (WABe), Helmut Ludwig (Grüne) sowie den Bürgermeister der Stadt Aachen Björn Jansen (SPD) im Werner-Fuchs-Haus. Vertreter der CDU hatten es kurzfristig nicht geschafft und auch der Aufsichtsrat der Alemannia ließ ausrichten, er unterstütze das Projekt der Wabe, könne aber noch nichts konkretes sagen – vor allem auch, da der Aufsichtsrat nicht zuständig ist.

Das Wabe-Konzept

Zunächst stellte Herr Poquett – übrigens Mitglied der FAN-IG, das Konzept vor. 20 Arbeitslose sollen eine Beschäftigung erhalten. Die meisten der Menschen sind „Langzeitarbeitslose“ oder „schwer vermittelbar“, weil sie zum Beispiel aus einer Haftstrafe kommen. Bei den Projekten der WABe werden bis zu 75% der Lohnkosten für diese Menschen durch Projekte des Job Centers (oder auch Bundesagentur für Arbeit) gefördert. Der Rest muss eigenverantwortlich erwirtschaftet werden. Für die Stadt besteht damit nicht nur der soziale Vorteil, sondern auch, dass Zuschüsse (z.B. Wohngeld) wegfallen und Steuern gezahlt werden.

Der Plan: 12 Arbeitskräfte für handwerkliche Aufgaben (Instandhaltung Tivoli, Hausmeistertätigkeiten,..), 5 Arbeitskräfte für den Klömpchensklub (Theke, Küche, Kellner,…) und 3 Leute für die Unterstützung des Fanprojekts.

Herr Poquett schilderte weiter, dass er bereits Ende 2013 das Gespräch mit dem Job Center hatte und nach Ende der Insolvenz mit Dr. Barth Kontakt aufnahm. Dr. Barth ist Geschäftsführer der städtischen Beteiligungsgesellschaft ASB, die zum 01.02.2015 in Namen der Stadt den Tivoli aller Voraussicht nach übernehmen wird.

Auch der Alemannia stellte Herr Poquett sein Konzept gleich zwei Mal vor. Grundsätzlich keine Ablehnung. Alexander Mronz, Geschäftsführer der Alemannia Aachen GmbH, habe lediglich sowohl Herrn Poquett als auch Herrn Dr. Barth mitgeteilt, dass der Fanshop in der aktuellen Form nicht wirtschaftlich sei (Größe & Miete)  und in den Presseraum umziehen würde. Dieser befindet sich auf der dem Parkhaus zugewanderten Seite. Bedenken bei dieser Idee haben sowohl die Gäste als auch die Fans: Am Spieltag bestünde keine Möglichkeit des Fanshopbesuchs – und dabei ist an Spieltagen der größte Andrang.

Die Konzeptfrage

Der Grundpreis pro Quadratmeter beträgt 6,50 € – egal wer nun Mieter wird. Die zwei im Rennen befindlichen Fitnessketten würden die knapp 900 m² voll mieten, die WABe hingegen nur den Klömpchensklub. Im Grunde geht es also um die Frage: Wie lassen sich die 450 m² vermieten? In Euro ausgedrückt: 2.925 € müssen monatlich gezahlt werden.

Ideen gab es dazu bereits am Abend einige: die Alemannia könnte den Fanshop verkleinern und mit weiteren Mitarbeitern einziehen. Man könnte also die näher am Parkhaus gelegenen Einheiten vermieten. Eine andere Alternative wäre das Fanprojekt direkt im Tivoli anzusiedeln. Finanziert wird dieses durch Mittel der Städteregion, des Landes NRW sowie des DFB – Ausgaben die also nicht neu entstünden, nur die Miete bekäme in diesem Fall zu 100% die Stadt.

Drei weitere Punkte die zudem für das Konzept der WABe sprechen:

Poquett WABe Zitat
Herr Poquett bewies Humor

Durch die vorhandene Infrastruktur könnte die WABe das Catering übernehmen. Dies ist derzeit an Spieltagen in einem Exklusivvertrag an einen Caterer abgetreten. Einnahmen, die also für eine garantierte Miete sorgen können und wo es keiner neuen Ausgaben bedarf. Kämen das Fitnessstudio, so würde nicht nur die Küche sondern auch die Theke und das gesamte Interieur auf dem Schrott landen. Die Insolvenzverwaltung der Alemannia Aachen Stadion GmbH hat zudem der Stadt zugesichert, dass die Entscheidungen im Interesse der Stadt getroffen werden. Und hier hat die Stadt ebenfalls das Interesse, dass Alemannia Aachen schnellstmöglich wieder in höheren Spielklassen kickt. Würde aber Presseraum, Fanshop & Co. zurückgebaut, so würde dies es der Alemannia wirtschaftlich in vielen Punkten erschweren. Ein Beispiel: Ohne Presseraum keine Länderspiele die der DFB mit Mieten entlohnt. Um es mit den Worten eines Gastes im Werner-Fuchs-Haus zu sagen: „Der Ankermieter muss geschützt und gestärkt werden.

Im Grunde hat es der Stadtrat in der Hand. Er kann die Entscheidung treffen, an die Dr. Barth gebunden ist. Derzeit lautet die Prämisse: Kosten des Tivoli gering wie möglich, Mieteinnahmen effektiv und so groß wie möglich. Bürgermeister Jansen findet das Konzept der WABe überzeugend, wie auch Herr Ludwig von den Grünen.

Jansen kündigte an über den Stadtsportbund Aachen e. V., dessen Vorsitzender er ist, einen runden Tisch schnellstmöglich mit allen politischen Vertretern, der WABe und der Alemannia einzuberufen. Diese sei schließlich der größte vertretene Verein. Man müsse zusammen mit dem Koalitionspartner CDU das Thema diskutieren und alle Fakten bewerten. Es wurde im Laufe des Abends erneut deutlich, dass bei der Stadt die Kommunikation zum Thema Tivoli und Klömpchensklub suboptimal verlaufen ist.

Auch eine weitere Aktion wurde angeregt: Theo Heiligers, der Initiator der Petition zum Erhalt des Tivoli, wird die Petition mit bereits 500 Unterschriften bei der Bürgerfragestunde am kommenden Mittwoch dem Oberbürgermeister in die Hände drücken.

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