Niederlage gegen Schalke II – Niederlage gegen Köln II – Niederlage gegen Rödinghausen – Unentschieden (gefühlte Niederlage) gegen Erndtebrück – Niederlage gegen Wattenscheid: Diese Bilanz liest sich natürlich weniger gut wie Sieg RW Ahlen, Unentschieden Gladbach II, Sieg Oberhausen, Sieg Kray, Sieg BVB II, Sieg Wiedenbrück.

Die Fans in Aachen diskutieren über Trainer und Sportdirektor. Die Leistungen auf dem Platz keine Glanzvorstellung. Viel zu oft – wie ebenfalls in der Vorsaison unter Peter Schubert – fällt die Alemannia mitten im Spiel in ein Loch und schlägt sich selber. Zuletzt in Wattenscheid: Starker Beginn, Führung in der zweiten Minute – dannach: nichts mehr.

Die warme, spätherbstliche Sonne war neben der wirklich erstklassigen Stadionwurst das Tageshighlight. Auf dem Rasen eine verkrampfte und unkonzentrierte Mannschaft. Die vor mir stehenden „Fans“ titulierten die Spieler nach Abpfiff als „Verräter“. Doch wen oder was haben sie verraten?

Die Leistung sorgt sicherlich nicht für Begeisterungsstürme, doch sieht Arbeitsverweigerung und „Gegen den Trainer spielen“ anders aus. Spekulationen Frederic Löhe spiele gegen den neuen Torwarttrainer sind lächerlich. An Löhe lag es nicht und liegt es nicht. Wenn man aber im Spiel keine Bälle mehr über drei Meter spielen kann, dann liegt es an den 10 Leuten davor.

Man stelle sich mal vor, es hätte nach jedem Sieg eine Niederlage gegeben. Jetzt solle mal jeder ehrlich sein und kann es gerne in die Kommentare schreiben: Wie emotional wäre die Diskussion dann eigentlich? Meine Behauptung: Lange nicht so aufgeblasen.

2014 wurde über Schubert genauso diskutiert wie jetzt über Benbennek. Ein Blick auf die Statistik (hier Schubert , hier Benbennek ) der Trainer zeigt: Beide haben eine relativ identische Punktausbeute bei der Alemannia. Auch fallen nahezu identisch viele Tore für die Alemannia pro Spiel.

Auch ich wünsche mir Siege, doch was gerade wieder für eine Diskussion gestartet wird ist unglaublich. Wollte die Allgemeinheit nicht mehr Ruhe im Verein? Wollte man nicht diese ständigen Diskussionen hinter sich lassen?

Die Saison ist noch lang. Die Saison startete so erfolgreich wie seit über 50 Jahren nicht mehr. Da verkraften wir, erst recht nach einer Insolvenz, auch mal ein paar Niederlagen. In der Saison 2005/2006 spielte man am 11. Spieltag bei 1860 München 0-0. Auf Platz 9 liegend, 7 Punkte Rückstand auf den Tabellenführer VfL Bochum. Das Ende vom Lied ist bekannt.

Ich bin da gerne weiter Optimist – und am Freitag kommt mit Fortuna Köln der Tabellenletzte der Regionalliga dritten Liga. Genau der richtige Gegner für einen Reset. Verloren hat die Alemannia, wie man so hört, ja bereits…


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