Ist die Alemannia noch ein Wirtschaftsfaktor?

Aachen TivoliIst die Alemannia noch ein Wirtschaftsfaktor für die Stadt ?” Unter diesem Motto hatte die CDU Aachen Alemannias Geschäftsführer Alexander Mronz, Trainerteam Peter Schubert und Reiner Plaßhenrich, Jens Bachmann von Infront sowie die Aachener Unternehmer Michael Nobis und Tim Hammer zur Gesprächsrunde geladen.

Unterbrochen von Wein und Häppchen gab es im Ristorante Toscana dann die Interviews im Rahmen der Reihe „Wein, Käse und Politik“, veranstaltet von der CDU-Mittelstandsvereinigung.

Tim Hammer und Michael Nobis

Hammer, im Aufsichtsrat aktiv, erläuterte, dass man auf einem guten Weg sei. Er lobte zudem seine Mitstreiter und Geschäftsführer Mronz. Dieser sei ein Zahlenmensch und gehe vorsichtig mit Geld um. Michael Nobix, Ex-Aufsichtsrat, soll im Wirtschaftsrat für Unterstützung sorgen. Der Wirtschaftsrat soll im Rahmen der Saisoneröffnung vorgestellt werden. Grundsätzlich ist der Weg „Zurückschneiden und Düngen“ mit dem Ziel schnellstmöglich wieder eine Liga höher zu kommen. Dieses Jahr kann dazu entscheidend beitragen.

»Wenn ich bedenke wo wir herkommen sind wir auf einem Superweg.« – Tim Hammer

Hammer betonte, dass man zudem Vertrauen bei Sponsoren und Politik zurück gewinnen konnte. Aus seiner Sicht lebe man die viel geforderte Transparenz.
Hammer brach zudem eine Lanze für Kutsch und Heyen, ohne die die Alemannia nicht mal die Insolvenz hätte anmelden können. Interessant ist dieser Punkt, da noch auf der Jahreshauptversammlung der Schatzmeister Oliver Laven Heyen eindeutig dass Misstrauen aussprach und aufgrund von offenen Forderungen die Nichtentlastung empfahl.

Peter Schubert & Reiner Plaßhenrich

Das Trainerteam berichtete über die gute Stimmung in der Mannschaft und dass man das Gefühl hat, dass die Truppe eine Einheit ist. Man kommuniziert sehr viel und die jungen Spieler sind auch motiviert weil der Name Alemannia Aachen weiterhin eine Anziehungskraft besitzt. Schubert ging kurz auf das 1-1 Testspielergebnis gegen Roda Kerkrade ein und lobte die Moral auch in diesem Spiel nicht aufgegeben zu haben.

Jens Bachmann – Infront

capture_AN_CDU-Aachen-Alemannie_WirtschaftsfaktorAls Vertreter der Vermarktungsgesellschaft stellte Bachmann kurz Infront vor. Es sei hart gewesen mit Sponsoren zu sprechen. Immerhin sei es in Aachen besser als damals in Düsseldorf: Dort hatte man direkt den Hörer aufgelegt. Der Stachel sitzt auch bei den Gönnern noch tief. Das dazu entwickelte Sponsoringkonzept „Öcher Stammspieler“ werde daher sehr gut angenommen. In den letzten Monaten hat laut Bachmann die positive Stimmung auch deutlich zugenommen. Für Bachmann soll der Tivoli wieder „Place to be“ werden. Ein Ort wo auch Sponsoren und Geschäftsleute wieder gerne hingehen.

Dr. Lothar Barth, u.a. Geschäftsführer der Alemannia Aachen Stadionbeteiligungsgesellschaft, sprach in einer kurzen Pause lobende Worte über die Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen der Alemannia. Er wollte unbedingt loswerden, dass Michael Nobis damals der einzige im Aufsichtsrat gewesen sei, der kritisch hinterfragt hat, aufgrund mangelnder Mehrheiten aber nichts bewirken konnte.

Alexander Mronz

Mronz berichtete, dass man im April mit 16.000 € auf dem Konto angefangen hat und nur noch drei Heimspiele vor der Brust hatte. Auf die Frage ob die Finanzierung der Saison gesichert sei blieb er die Antwort schuldig.

Das Public Viewing auf dem Tivoli bezeichnete er nicht nur aufgrund der Stimmung als Erfolg. 45.000 Zuschauer hätten bei sieben WM-Abenden ca. 500.000 € Umsatz eingespielt – davon wäre auch ein wenig für die Alemannia übrig geblieben.

»Die Karlsbande ist nicht rechtsradikal.« – Alexander Mronz

Aus dem Publikum wurde Mronz dann gefragt, ob es stimme dass er sich am Vortag mit Vertretern der „rechtsradikalen Karlsbande“ getroffen habe. Mronz bestätigte dies und wies es energisch zurück, dass die Karlsbande rechtsradikal sei. Auch der gastgebende Moderator Dieter Bischoff wies darauf hin „rechtsradikal bedeutet meines Wissens dass die Gruppe verboten ist – ist sie aber nicht.“

Den Hinweis, dass bei den Gesprächen auf Landesebene mit Vertretern der Piratenpartei, der Polizei, des Verfassungsschutz und Fanvertretern die Karlsbande als rechtsradikal eingeschätzt wird, ließ Mronz kalt. Er habe mit der Polizei und den Szenekundigen Beamten aus Aachen gesprochen. Die sagen nun mal etwas anderes.

Mronz betonte er habe immer ein offenes Ohr und nach seinem offenen Brief am Samstag an die Fans, habe sich die Karlsbande direkt gemeldet. Mronz hat die Karlsbande nun unter anderem gebeten mit einer Plakataktion an ihrem Image zu arbeiten.

Doch zurück zur Frage: Ist die Alemannia noch ein Wirtschaftsfaktor für die Stadt? Mronz stimmte dem zu: gut 120 Lohnabrechnungen für Voll- und Teilzeitkräfte rechne man jeden Monat ab, zahle fast 500.000 Steuern. Da muss man doch Wirtschaftsfaktor sein.

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