„Traditionsretter“ kündigt Alemannia

Traditionsretter im FanshopSeit Ende Januar ist die Alemannia Aachen GmbH aus der Insolvenz. Am 21.01.2014 wurde dies auf der Webseite der Alemannia offiziell verkündet. Der neue Geschäftsführer Alexander Mronz ist indess umstritten, sein Vertrag wurde kürzlich verlängert. Einige Fans sehen die Alemannia wieder in schweren Gewässern – und fühlen sich nicht mehr gebraucht.

Stefan ist seit 1981 Fan der Alemannia. Er ist engagiert und packt mit an auch ohne gefragt zu werden. Man kennt sich von den Spielen, von den Mitgliederversammlungen, von der FAN-IG. Stefan ist einer der Fans, die Harmonie und Zusammenhalt wünschen aber auch nicht mit ihrer Kritik sparsam umgehen.

Als Ende 2012 die Dinge sehr schlecht um die Alemannia standen und täglich dass vollständige Aus drohte, hat Stefan die Initiative errgriffen. Auf eigene Rechnung ließ er T-Shirts mit der Aufschrifft „traditionsretter“ drucken und verkaufte Sie und gab den Erlöß der Alemannia. Die Alemannia griff diese Idee auf und vermarkete das Shirt später selber.

Retterbutton
Retterbutton

Unter dem Namen „Traditionsretter“ sorgte er auf facebook auch für positive Stimmung, motivierte Fans und Sympathisanten, organiserte und teilte Rettungsmaßnahmen. Viele der kleinen aber am Ende rettenden Maßnahmen sind auch ihm zu verdanken. So verkaufte ich mit ihm und den anderen Helfern beispielsweise die Retterbuttons. Dass er seit mehr als einem jahr ehrenamtlich den Fanshop unter der Stehplatztribüne managed wissen wenige.

Nun hat Stefan der Alemannia gekündigt – und wirft damit Fragen auf.

Stefan ist im Bilde. Er schließt sich mit der Alemannia kurz, bespricht die Aktionen. Ins Bild passt sein Schritt, da der neue Geschäftsführer gar nicht wusste, dass es ehrenamtliche Verkäufer gibt. Herr Mronz musste sogar nachfragen wo sich der kleine Fanshop überhaupt befindet. Ein Fanshop, den sich die Helfer selber eingerichtet haben – ohne Kosten für die Alemannia zu verursachen. Man könnte fast meinen Mronz sei nie vor, während und nach einem Spiel im Umlauf des Tivoli gewesen.

Auf der Veranstaltung der FAN-IG im Mai gab Herr Mronz zu diesem Thema besagtes Bild ab. Er schien generell nicht zu wissen in welchem Maße Fans der Alemannia helfen. An besagtem Abend sicherte er zu den Dialog aber nun aufzunehmen.

Ich habe Stefan gefragt, ob dies denn nun geschehen sei.

Wie begann deine Hilfsaktivität?

Meine Hilfstätigkeit begann einen Tag vor Verkündung der Insolvenz (Anm.d.Red. 15.11.2012). Es sickerte zu mir durch, dass dieser Schritt vollzogen werden musste. Noch in der Nacht schrieb ich an Uli Hoeneß mit der Bitte um Rat. Seine Sekretärin meldete sich dann auch umgehend telefonisch bei mir, da auch beim FC Bayern verfolgt wurde, wie es um unsere Alemannia stand. Die Sekretärin, übrigens ein Öcher Mädchen, hatte schon mit Uli H. gesprochen und versprach, dass man sich mit Karl-Heinz Rummenigge schnellstmöglich zusammen setzten würde, um zu schauen wie man helfen kann. Der Rest ist ja dann bekannt.

Gab es einen Kontakt nach Insolvenzende zu Mronz?

Nein gab es nicht, obwohl dafür bei diversen Heimspielen die Gelegenheit bestanden hätte. Kein Interesse, weder von neuen Geschäftsführer noch von Mitgliedern des Aufsichtsrates.

Gab es ein Gespräch nach dem IG-Abend wo er den Dialog zusicherte?

Nein auch dieses hat es bis heute dann nicht gegeben.

Wie kam es zu deinem Schritt dein Engagement „zu kündigen“?

Als leidgeprüfter Alemannia merkt man recht schnell, wenn man nicht mehr gebraucht wird. Da hat man einfach gute Antennen. Trotz großem Erfolg, unter anderem dem Abverkauf von 60% des riesen Lagerbestandes – angehäuft bis unter die Decke von unfähigen Vorgängern -, tollen Aktionen, wie zum Beispiel Spieltagsangeboten, die Kollektion von Fans für Fans in gemäßigter Auflage, begann dann der Stillstand. Kurzum wir waren ein kleines, eingespieltes Team das ausserordentlich gute Arbeit geleistet hat. Wir wurden hoch gelobt vom damaligen Insolvenzverwalter Mönning. Nach Insolvenzende jedoch wurde durch die öffentlich Aussage getätigt, dass der Fanshop defizitär sei. Uns wurde relativ schnell klar, dass wir in Kürze nicht mehr gebraucht würden. Ich glaube übrigens nicht, dass der Fanshop defizitär läuft.

Dass man nicht mehr gebraucht wird, dass ist vielen vor uns und das wird auch vielen nach uns so passieren, da die nicht vorhandene Etikette im Umgang mit Menschen die Alemannia aus Überzeugung helfen, eine der wenigen Konstanten bei Alemannia war und ist. Hoffiert wurden und werden meist Leute, die persönliche Interessen und Vorteile durch Alemannia erlang(t)en. Wir waren absolute Überzeugunstäter, Alemannen mit viel Herz und wahnsinnig Stolz unserer jeliebten Alemannia helfen zu dürfen.

War es das also mit dem „Kapitel Helfer bei der Alemannia“?

Nein! Wir, ich spreche da auch für meine Mitstreiter, wollen der Alemannia helfen wo und wie wir können. Dafür ist es aber wichtig, dass man respektiert wird, dass man ernstgenommen und wahrgenommen wird. Ich sage es mal so: Nicht mehr bei den aktuellen Leuten.

Auch die Alemannia habe ich um eine Stellungnahme gebeten, aber keine Antwort erhalten.

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