Kommentar: Festung Europa auch für Iraker?

Initiative Echte Soziale Marktwirtschaft (IESM)  / pixelio.de
Bild: Initiative Echte Soziale Marktwirtschaft (IESM) / pixelio.de

Waffen in den Irak – und alles wird gut? Nein, so einfach ist das nicht. Die verfolgten Bevölkerungsgruppen müssen sich irgendwie schützen können, doch Waffen alleine reichen nicht. Dürfen irakische Flüchtlinge unkompliziert nach Europa? Hoffentlich ja!

Die Asylpolitik Europas ist jetzt schon überfordert. Nach dem Bau des Grenzzauns zwischen der Türkei und Griechenland, führt nun der Weg über das Mittelmeer. Die Flüchtlinge stranden sprichwörtlich in Auffanglagern, die eher Gefängnissen gleichkommen. Menschenunwürdig und allein gelassen. Die, die es bis Deutschland schaffen, werden isoliert. Die Sorge um eine steigende Kriminalität sorgt zudem die Bürger. Deutschland, nein Europa, muss handeln – gegen die Flüchtlingswelle gibt es kein anderes Mittel.

Die Zeiten der Flucht kennt die Generation unserer Eltern und Großeltern. Ich stelle mir dazu wirklich die Frage: Gäbe es meine Familie noch, wenn meine aus Sudetendeutschland geflüchteten Großeltern nicht Unterstützung erhalten hätten? Derzeit haben es die Flüchtenden schon schwer genug überhaupt zu ihren Familien zu kommen, die bereits hier leben und helfen können.

Bild #158611092  Eine Gruppe von afghanischen Jugendlichen zu Fuß entlang einer Straße in Mandamados in Richtung der Stadt Mytilene, nachdem sie mit einem Boot aus der Türkei kamen.Fotograf: Kostas Tsironis/Bloomberg via Getty Images gettyimages.com

Wer Waffen liefert und damit eine Unterstützung demonstriert, muss auch die Leute aufnehmen, die keine Waffen abfeuern können und wollen. Wenn es eine Hilfe gibt, dann eine konsequente Hilfe. Dazu zählt auch das Asylverfahren in ganz Europa schnell zu reformieren.

Laut Bundesamt für Migration und Flüchtlinge wurden alleine im Jahr 2013 insgesamt 127.023 Asylanträge gestellt, 109.580 (86,3 %) davon waren Erstanträge. Über 80.978 Fälle wurden überhaupt entschieden. Diese Zahl wird unweigerlich weiter steigen. Ob man nun zum Anhänger einer liberalen oder eher konservativen Flüchtlingspolitik gehört spielt keine Rolle.

Hilfe kann nicht nur daraus bestehen, ein Adressetikett auf eine Kiste mit Panzerfäusten und Granaten zu kleben. Hier kann man nur hoffen, dass man zügig etwas unternimmt.

Empfehlung aus dazu aus dem Archiv: Illegal nach Griechenland (April 2011)

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