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Jupps StuhlAm 2. Januar verstarb Josef „Jupp“ Radermacher. Vielen war er einfach nur als bekannt als der „Toilettenmann unterm S-Block“ am alten Tivoli. Nicht nur für mich war Jupp ein Stück Tivoli. Ein Gesicht welches man bei jedem Stadionbesuch erblickte – und immer ein Lächeln zierte.

Jupp brachte sein Reinigungsmaterial selber mit. Jupp bekam nicht mal 10 € für seinen Dienst, der nicht selten um die vier Stunden dauerte. Jupp verdiente nichts an diesem Job, aber er machte ihn glücklich.

Mit Jupp stirbt ein Teil des Tivoli. Bereits beim Umzug in das neue Stadion hatte die Alemannia ihn, einen echten Alltagshelden, vergessen. Fans  sammelten binnen kurzer Zeit Geld und dank Unterstützung eines Sponsors und auch Alemannias Fanbeauftragtem Lutz van Hasselt erhielten Jupp und sein Bruder Dauerkarten nebst Euros für Bier und Bratwurst sowie einen Schal.

Passende Worte hat Dirk Hinhuis, ehemaliger Vorsitzender der FAN-IG und jetzige Geschäftsführer der Volleyball-Abteilung bei Alemannia Aachen, gefunden. Diese möchte ich abschließend zitieren und sage Danke Danke Jupp!

Noch keine 10 Euro bot man ihm für ein Spiel an. Dafür müsse er aber das Reinigungsmaterial selber mitbringen. Und sein “Geldreinwerfschälchen” sei in dem modernen Fußballtempel auch nicht weiter erwünscht. Alemannia wollte ihn nicht mehr. Abgeschoben. Aussortiert. Wie so viele.

Die Rede ist von Josef “Jüppche” Radermacher. Einem, der schon auf dem Tivoli für Ordnung (und manchmal auch Recht) gesorgt hat, als die meisten von uns noch mit dem Trömmelchen um den Weihnachtsbaum geflitzt sind. Nachdem wir von dieser Frechheit erfahren haben, war es für uns eine Selbstverständlichkeit etwas zu tun. Binnen weniger Stunden war genügend Geld für Dauerkarten, Schals und “Würstchengeld” eingesammelt. Unter den wachsamen Augen der Aachen Supporters konnte Jüppche nun endlich in O6 so manches Spiel seiner Alemannia (die er vorher kaum spielen sah) sehen. Sein Bruder und seine Schwester erzählten mir, dass es für ihn mehr als nur Freude war. Er fühlte sich bestätigt, dass es die Alemanniafamilie doch gibt.

Nun ist er tot und sein Platz bleibt leer. Aber nur sein Platz im Stadion, nicht der Platz in unserem Herzen. Dort sitzt er neben all den anderen Freunden und Alemannen.

Mein tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie. Und danke, lieber Josef, dass du so viele Jahre für mich und alle anderen Tivolibesucher da warst. Ruhe in Frieden!


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