Dirk und die große Mauer

Die “Kutte”, wie wir ihn am Tivoli zu nennen pflegen, hat sich was großes vorgenommen. Er wird am Samstagmorgen um 7:30 Uhr (Samstag 1:30 Uhr Öcher Zeit) beim “Great-Wall-Marathon” mitlaufen. Worum der Öcher Jong, den ich eigentlich vom Tivoli kenne, nach Peking nur für einen Marathon geflogen ist und über die große Mauer rennen will, erfahrt ihr hier!

Dirk, 33 Jahre jung, war auch schon beim Tivoli-Lauf dabei und hat sich nun ein ganz dickes Ziel gesetzt: Er will beim großen Marathon über die Chinesische Mauer ans Ziel kommen. Die 42,195 Kilometer sollen, laut Angaben der Veranstalter, in 5-6 Stunden zu schaffen sein. Dass aber ein Teil der Strecke über eines der sieben Weltwunder – und somit Treppe rauf & Treppe runter – geht, macht es nicht einfacher. Einen großen Bonus hat Dirk, der mit der Nummer 617 an den Start geht, aber schon: Er läuft (sehr wahrscheinlich) im Trikot der Alemannia!

5,6 Kilometer der Strecke führen (oder besser quälen?) ihn direkt über die große Mauer. Auch die Beschreibung des Marathons ist ein kleines literarisches Kunstwerk. Grobe Englischkenntnisse reichen vollkommen aus und man wird mit hilfreichen und interessanten Hinweisen belohnt “Keep a sharp watch out for all traffic on the road. Be aware of the locals, especially the children. Remember to smile and wave to other fellow travelers and family members. You are about to perform the athletic feat of your life – and may be envied by many” oder “Shortly after the steps, make a right turn at a T-crossing of the Wall. There will be a guide there. (We probably will not see you  again today if you turn left, as this stretch of the Wall runs towards Beijing for the next 55 km.)” seien als Beispiele genannt.

Aber kommen wir zurück zum Dirk! Er hat heute per Internet noch ganz aktuell für ein Interview zur Verfügung gestanden (ganz der Sportsmann).

Dirk, wie und wann hast du von diesem Lauf erfahren?

Erst vor ca. einem Monat aus Zufall im Internet! Ich hatte die Idee in den ROBINSON Club auf die Malediven zu fliegen. Als Sportbegeisterter wollte ich die Flüge nach Asien mit einem Sportevent verbinden. Kricket hatte ich im Kopf, oder ein Golden League Event der Leichtathleten. Deshalb habe ich “Sportevent Asien Mai 2011″ gegoogelt. Schwupps: “The Great Wall Marathon” gefunden. Und da ich zu dieser komischen Mauer immer schon mal wollte hatten sich die Maledivenpläne schnell erledigt… :-)

Wie und wann kam es zu deiner Entscheidung dort mitzulaufen?

Sofort als ich sah dass es diesen Lauf gibt! Ich habe immer schon gerne spontane, verrückte Dinge gemacht. Und beim Werbetrailer auf der Homepage (Anmerkung: am Ende des Artikels!) bekam ich von den Bildern und der Musik sofort Gänsehaut! Zuerst wurde ich dann enttäuscht, denn laut facebookfanpage war der Lauf mit 2000 Teilnehmer bereits ausverkauft (zum Vergleich: beim Marathon in Berlin laufen 40.000 mit). Ich habe mich dennoch an einen der beiden Reiseveranstalter gewendet, die das Package anbieten und Devendra Reisen hat sich trotz des Karfreitags bei mir gemeldet. Mit Herrn Mang (an dieser Stelle ein ganz herzliches DANKE DANKE für das erfolgreiche Bemühen!) habe ich dann fast täglich telefoniert bis endlich alles “eingetütet” war…

Ist es dein erster Marathon?

Ja allerdings. Im letztem Sommer hat mich der Tivoli-Lauf zum ersten mal motiviert einen Halbmarathon zu laufen. Ich weiß noch wie gestern wie platt ich schon nach der 1. Runde war! Is halt blöd wenn man sich an Nico Herzigs Spuren heftet, dann im Stadion aber feststellt dass er nur Staffel läuft und abbiegt, während ich noch 2 Runden laufen musste! :-)

Welche Ziele, Wünsche oder “Vorgaben” hast Du an diesen Lauf? Gibt es eine besondere Faszination?

Einfach den Lauf bewusst wahrnehmen. Den wahnsinnigen Ausblick genießen, realisieren an was für einem faszinierenden Ort ich mich gerade befinde.  Einfach Spaß haben und auch den Blick für die kleinen Dinge haben, wie zum Beispiel die “originalen” Bauern in den kleinen Dörfern durch die wir laufen. Na ja, und bitte innerhalb der erlaubten 8 Stunden lebend ins Ziel kommen.

Seit wann läufts du generell?

Da musst Du meine Eltern Gisela und Herbert fragen, die mich so hervorragend hinbekommen haben. :-)

Und ernsthaft: Eigentlich habe ich auf hohem Niveau Tennis gespielt bis ich irgendwann nach der Ausbildung aufgehört habe. Dann habe ich gut 10 Jahre nicht viel gemacht – eigentlich. Letztes Jahr habe ich dann, nach vielen Jahren Auslandsaufenthalt, wieder meine Zeit in Aachen verbracht. Und irgendwie hat es mich da gepackt meine Heimat endlich mal “richtig” kennen zu lernen. Ich bin einfach immer in meinem Wohnort Richterich aus der Tür und mal zum Tivoli, mal zum Hansemann, mal nach Burtscheid, mal nach Horbach, oder mal ne ganze Runde durchs Dreiländereck gelaufen. Schön haben wir’s in Oche!

Gibt es Sponsoren?

Die ganze Reise wird finanziert von dem Sportwettenanbieter mybet.com . Da hab ich mich bei der Fußball-WM ganz gut angestellt und eine Wunschreise gewonnen. Die Sonnenbrille sponsert die Firma UVEX. Laufshirts habe ich bekommen von der ROBINSON Club GmbH und von den Leichtathleten der Alemannia. Das werde ich meine Freunde auf Facebook noch entscheiden lassen was ich tragen soll.

Ich drücke Dir natürlich alle Daumen und werde das Rennen über den Liveticker natürlich verfolgen! Ich wünsche Dir den erhofften Spaß, viel Ausdauer und natürlich eine Zielankunft innerhalb der 8 Stunden!

Live dabei sein geht im übrigen! »Hier« gibt es eine Art Live-Ticker. Einfach die Startnummer 617 eingeben und das Rennen verfolgen. Ich habe leider kein TV- oder Streamprogramm gefunden (bisher), dass den Lauf überträgt.

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5 Gedanken zu “Dirk und die große Mauer

  • 19. Mai 2011 um 08:36
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    Na dann wünsche ich dem Öcher Jong alles gute, trage die schwarz-gelben Farben über die chinesische Mauer. Dort wird man die Alemannia ja sicher kennen, oder woher kam unser Ex-Alemanne Xhi Hui :-)

  • 22. Mai 2011 um 10:43
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    Viel Erfolg Dirk!! Ich hoffe du repräsentierst unsere Farben in angemessener Weise :D

  • 22. Mai 2011 um 14:32
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    Hallo Dirk,

    gratuliere Dir zu Deiner Zeit und das Du es, hoffentlich, gut überstanden hast

    Einfach grandios

    Erwin

  • Pingback: Ein Stück Heimat » Der Friedri.ch - ene Öcher Schäng

  • 31. Mai 2011 um 10:46
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    Vielen Dank für eure Unterstützung! Xie Hui war den chinesischen Taxifahrern tasächlich ein Begriff – es war recht schwierig zu kommunizieren (die lernen nunmal kein Englisch), aber da sie dann meist etwas von Shanghai brabbelten (sein letzter Verein) wusste ich daß wir uns verstehen. Fussball verbindet! :-)

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