Der Bezahldienst PayPal hat dem Portal Wikileaks das Konto gesperrt. Seit dem Wochenende, dort gab PayPal die Sperrung auf seinem Blog (https://www.thepaypalblog.com/) bekannt, herrscht darüber großer Unmut. Grund ist vor allem die Begründung der ebay-Tochter. Wikileaks habe gegen die Nutzungsbedingungen verstoßen.

PayPal has permanently restricted the account used by WikiLeaks due to a violation of the PayPal Acceptable Use Policy, which states that our payment service cannot be used for any activities that encourage, promote, facilitate or instruct others to engage in illegal activity. We’ve notified the account holder of this action.

Im ersten Moment ist sicherlich nachvollziehbar gegen so genannte Internetpiraterie, Hacking, Phishing und Dergleichen vorzugehen. In meinen Augen gibt es aber einen gravierenden Unterschied von Wikileaks zu Napster und Konsorten. Die bis jetzt veröffentlichten Dokumente (Protokolle, Video- und Audiodateien, Diplomatenpost) zeigen die Vertuschung und hinterhältige Vorgehensweise unserer Politiker und den „Oberen des Volkes“. Ein par Beispiele:

– im Irak werden Zivilisten, darunter ein Reuters-Journalist, getötet weil man eine Kamera für einen Granatwerfer hielt. Erst durch die Veröffentlichung auf WikiLeaks werden die Umstände publik http://www.ftd.de/politik/international/:toedlicher-hubschrauberangriff-us-soldat-wegen-video-auf-wikileaks-angeklagt/50140284.html

– in England wird ein generelles Verbot von Streubomben beschlossen. Die Veröffentlichungen der US-Diplomatendokumente auf WikiLeaks offenbaren Tricksereien und Ausnahmen für Amerika http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,732512,00.html

– im Irak und Afghanistan werden Unschuldige gefoltert. Erst durch die Veröffentlichungen erfährt die Welt die Wahrheit und vor allem das Ausmaß dieser beiden Kriege. Nichts anderes als Kriegsverbrechen. http://www.fr-online.de/politik/wie-irak-und-usa-folter-und-mord-duldeten/-/1472596/4768906/-/index.html

Wenn Regierungen und Lobbyisten es erfolgreich und geschickt verstehen Transparenz und Diskurs zu verhindern, Daten sammeln und analysieren wollen aber dem Volk die Wahrheit vorenthalten und eine Einsicht in Dokumente verwehrt wird, muss man sich nicht über den Zuspruch für Plattformen wie WikiLeaks wundern. Hier gilt zu betonen, dass gewisse Dokumente besser nicht hätten veröffentlicht werden sollen, die bestimmte Konflikte – beispielsweise den Nahen Osten oder Korea – betreffen.

Nun ist allerdings noch nicht erwiesen, ob WikiLeaks die Daten selber beschafft hat oder, wie es die Intention von Gründer Julian Assange ist, die Dokumente lediglich zu veröffentlichen. Daher ist eine Sperrung von Inhalten und Servern (durch Amazon) sowie Spendenkonten (PayPal) nicht unumstritten. Hat WikiLeaks gegen Nutzungsbedingen verstoßen? Oder agiert man auf Druck von Politikern und anderen Institutionen?

Fakt ist, dass sich viele Menschen nicht mit diesen Machenschaften identifizieren können und empört sind. Im Netz macht sich eine Welle des Protestes breit. Es wird dazu aufgerufen seine Einkäufe nicht mehr bei Amazon zu tätigen und sein PayPal-Konto zu löschen. Letzteres werde auch ich tun. Einfach aus Protest weil demokratische und transparenzschaffende Plattformen boykotiert werden, rechte Parteien, wie eine DVU oder Pro NRW, aber keine Konten gesperrt bekommen.

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1 Kommentar

Tweets that mention No more PayPal | Der Friedri.ch -- Topsy.com · 6. Dezember 2010 um 11:48

[…] This post was mentioned on Twitter by Hilfe Bot and Fritz Jeschke, Fritz Jeschke. Fritz Jeschke said: No more #paypal http://bit.ly/feYDdZ #wikileaks #kontensperrung #konsequenz […]

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