Fortnite macOS ipad Friedrich Jeschke 2020

Viele von Euch haben es gar nicht so mitbekommen, doch die Online-Spielewelt erlebt seit einigen Wochen einen Machtkampf zwischen dem Spielehersteller Epic und Apple. Dieser Streit um das Onlinespiel Fortnite nimmt immer heftigere Ausmaße an und die Eskalation wird auf dem Rücken der Kunden ausgetragen. Hier erfahrt ihr, worum es geht und warum sich die EU-Kommission einschalten muss.

Was ist Epic und Fortnite ?

Epic hat ein sehr beliebtes Onlinespiel namens Fortnite entwickelt. Man spielt es alleine oder in verschiedenen Teamgrößen. Grundprinzip: Wer am Ende übrig bleibt gewinnt die Runde. Nichtkenner würden hier auch mal von “Killerspiel” schwadronieren, doch es ist es nicht. Millionen SpielerInnen zocken es weltweit und das besondere: Egal welche Plattform man hat, man kann mit Freunden spielen, die eine andere haben. Ich spiele Fortnite auf dem PC, zwei weitere Kumpels hingegen auf der Play Station, andere aus der Runde wiederum über Ihre Handys oder Tables. Dieses gemeinsame Spielen über verschiende Plattformen hinweg nennt man Crossplay und ist ein Grund, warum das Spiel so bleibt ist. Nur wenige Spiele sind so stabil programmiert, dass man sie egal auf welchem System miteinander spielen kann.

Warum geht es in dem Streit eigentlich ?

Das Spiel ist immer beliebter und daher hat der Hersteller Epic es auch im Google Play Store (für Andriod Systeme) und im Apple Store (für iOS / macOS) bereitgestellt. Diese Marktplätze sind sehr beliebt und wenn man dort einen Kauf tätigt, bekommt Apple 30%. Das stinkt Epic nun wiederum gewaltig und als man einen Rabatt im Spiel einbaute, verstieß man damit gegen die Marktregeln. Apple sperrte daraufhin das Spiel. Epic wiederum reichte Klagen ein und spricht in einem Newsletter (28.08.2020) von einer Vergeltungsmaßnahme Apples. Epic findet, dass die 30% zu viel sind und unangemessen.  Hier und hier kann man dazu auch was lesen. 

Warum ein Fall für die EU-Kommission ?

Man kann sicher streiten, ob die Höhe von 30% angemessen sind, dennoch hat Epic einen Vertrag mit Apple geschlossen. Damit hat Epic erst Zugang zu dem Markt und Apple hat seinen NutzerInnen das Spiel Fortnite seinerzeit auch prominent auf der Startseite zum Download empfohlen. Ich selber habe es dadurch erst entdeckt auch mal gestestet, fand es auf dem PC aber weiter besser. Da Epic den Vertrag mit Apple gebrochen hat, haben Millionen Spieler – man spricht von 10 Millionen weltweit – nun nicht mehr das Spiel, wofür sie bezahlt haben. Epic ist verantwortlich dafür, dass alle SpielerInnen, die das Game über denn Apple Store gekauft haben nun nicht mehr zocken können. Man mag Apple Raffgier vorwerfen, doch Epic hat hier seinen SpielerInnen das Spiel geklaut. Durch die entstandene Empörung will Epic Apple unter Druck setzen und missbraucht dazu seine SpielerInnen. Diese empören sich in den Sozialen Medien über Apple.

Dabei verstößt Epic gegen die Regeln. Und hier ist die EU Kommission gefragt. Sie ist zuständig für die Kontrolle und Einhaltung der Regeln auf den Marktplätzen. Man hat für ein Spiel Geld bezahlt und Epics Handeln hat dazu geführt, dass man es nicht mehr nutzen kann.

SpielerInnen aus ganz Europa sind schließlich auch betroffen. Eine genaue Zahl ist nicht herauszubekommen. Dieses Machtspiel auf einem digitalen Marktplatz schreit geradezu nach Mechanismen, die die KäuferInnen schützt. Verbraucherschutz hat in Europa einen sehr hohen Stellenwert. Daher muss die EU Kommission prüfen, wo und wie Apple als auch Epic hier den SpielerInnen den Vertrag brechen.

Es geht um 250 Millionen registrierte Nutzer und 78,3 Millionen monatliche Spieler weltweit

Wer übrigens bis hierhin gekommen ist und mein, wen interessiert den das? Während des ersten Konzertes von Sänger, Rapper und Musikproduzent Travis Scott waren am 24. April 2020 12,3 Millionen Spieler gleichzeitig in Fortnite online über die verschiedenen Plattformen wie PC, PS4, Xbox One, Nintendo Switch und Mobile.

Als man 2019 zuletzt über die Zahlen sprach, verkündete Epic Games, dass man 250 Millionen registrierte Nutzer und 78,3 Millionen monatliche Spieler habe.

Davon träumen aktuell viele Unternehmen. Gaming ist eine boomende und immer wichtigere Branche – ob man das gut findet oder nicht. Fakt ist: Es gehört auf die politische Agenda um SpielerInnen und auch Unternehmen einen Rahmen zu geben.

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