Auf ein Wort, Herr Büttgens!

Mittwoch, 25.08.2010 gegen 9:25 Uhr in Aachen-Burtscheid. Ich biege auf den Parkplatz an der Viehhofstraße ein und sehe ihn schon am Parkscheinautomaten stehen: Bernd Büttgens, stellvertretender Chefredakteur der Aachener Zeitung und Aachener Nachrichten, Öcher Blogger, Erfinder des Magischen Zweiecks und der 1D-Analyse. Mit dem habe ich mich auf einen Kaffee verabredet. Bereits beim Öcher Ovend in der Soers hatten wir kurz miteinander gesprochen und gesagt: Wir machen ein Interview! Auf dem gemeinsamen Weg zum eigentlichen Treffpunkt, dem smarten Café Lammerskötter, sprechen wir auch schon direkt über eines unserer Lieblingsthemen: et Alemannia. Auf seinem Blog, www.7uhr15.ac, hat er mich nun für seine Reihe Auf ein Wort interviewt (und um Punkt 7:15 Uhr veröffentlicht, nettes Detail ;))- und wie es sich für einen Blogger gehört, stand auch er selber Rede und Antwort:

Normalerweise macht nur er die Interviews – Bernd Büttgens

Unter 7Uhr15.ac ist dein Blog zu finden. Klasse Beiträge und schon das kultige magische Zweieck und die 1D-Analyse. Wie kommt es überhaupt dazu, dass ein “Zeitungsmensch” auch noch einen Blog betreibt ?

Bernd: Zunächst mal mein Dank, lieber Friedrich, für die schönen Komplimente. Also, mein Aachen-Blog betreibe ich seit gut einem Jahr, weil mich diese Form, der Mix der Medien, die andere Sprache, die wunderbaren Reaktionen, die Direktheit des Netzes interessieren. Als Zeitungsmensch ist man Journalist. Und Journalisten sollten neugierig sein.

Was war die kurioseste bzw. witzigste Rückmeldung auf deinen Blog?

Bernd: Es gibt wunderschöne Antworten aus der ganzen Welt, Rückmeldungen, Anregungen, Du hast ja auch ordentlich mitgemischt. Aber wirklich gerührt hat mich zum Saisonauftakt der Alemannia, als wir das erste „Magische Zweieck“ eingestellt haben, der Kommentar von Pia Marie aus Hamburg, ein Öcher Mädchen in der Ferne: „endlich wieder da… ich hab’s vermisst!”

Die Fragen hast Du mir auch gestellt aber es brennt mir unter den Fingernägeln es auch von Dir zu wissen: Wer hat Dich das erste mal mit zum Tivoli genommen ? Was ist in Erinnerung geblieben vom ersten Besuch?

Bernd: Wie für so vieles in meinem Leben war auch dafür mein Opa aus Eilendorf zuständig, der mir nicht nur das Alemannia-, sondern auch – ich hab’s ja schon ein paar Mal zugegeben – das Bayern-Virus verpasst hat. Und es gab im April oder Mai 1976 ein Freundschaftsspiel am Tivoli, in dem diese beiden Clubs aufeinandertrafen. Mein erster Besuch! Ich weiß, dass die Alemannia verloren hat, dass ich aber ganz feste für die Aachener war. Und ich erinnere mich daran, dass mein Opa in bester Manier mit einem anderen Öcher Zuschauer Krach bekommen hat: „Du has’ övverhaup’ jeng Ahnung, du Eäsel!“

Hast du einen aktuellen Lieblingsspieler? Wer ist dein „Best Alemanne Ever“?

Bernd: Aktuell freue ich mich, wenn „Ola“ wieder dabei ist. Beste Alemannen ever: Hubert Clute-Simon (52 Tore) und Heinz-Josef „Bübbes“ Kehr (54 Tore). Ich habe an sie geglaubt.

Deinem Lieblingsort bei Aachen hast Du ja eine ganzen Absatz gewidmet (die Abtei in Kornelimünster). Hast Du ein Örtchen in der Stadt wo Du gerne bist?

Bernd: Am Hof. Domkeller, Café Mohren, Zeitung, Sonne, Öcher Bohne – wunderbar. Oder mit den Kindern und meiner Frau oben am Drehturm, freier Blick auf den Heimatort.

Du hast mehrere Auszeichnungen für deine Mundart, et Öcher Platt, bekommen, beispielsweise den Thouet-Preis. Glaubst Du, es wird diesen Preis in 10 Jahren noch geben? Und was würdest Du jungen Leuten (wie mir) sagen, die Sprachkultur in Aachen aufrecht zu erhalten?

Bernd: Natürlich wird es Preise wie diesen weiter geben. Aufpassen müssen wir, dat os Öcher Platt nicht zur Museumssprache wird. Das Platt muss lebendig bleiben. Und deshalb ist es wichtig, dass auch ihr jungen Leuten os Modderesproech mullt. Bring’ mir zehn Leute, und wir machen eine Platt-Lehrstunde!

Zum Abschluss noch eine Frage zu deinem Job als stellvertretender Chefredakteur der Aachener Nachrichten / Aachener Zeitung. Was war deine schönste Schlagzeile?

Bernd: 18. April 2006 hieß es bei uns im Sport: Nach 36 Jahren: „Wir sind Bundesliga!“ Irgendwann möchte ich diese Schlagzeile noch mal haben.

Voelmoels Merci säht d’r Fritz 😀

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7 Antworten auf “Auf ein Wort, Herr Büttgens!”

  1. Um Himmels Willen, Männer, ich will es doch noch miterleben! Sollte ich mich also missverständlich ausgedrückt haben: Ich will den Aufstieg möglichst bald – und dann ganz lange Erste Liga in Aachen gucken 😉

  2. Rätsel und ein wenig OT:
    Einer der Hauptprotagonisten der Ereignissen “vor 36 Jahren” hat ein Buch geschrieben und dabei die allermeisten seiner Mitspieler in Schale der Karolinger gepackt. Er selbst trat als Kaiser Karl auf, der sein Gefolge (ca 140) zunächst in der Abtei Kmünsten, dann im Oecher Dom versammelte bevor das angefallene Bildmaterial während einer Feierstunde tags darauf in Freund “eingemauert” wurde.
    Welcher Jeck war da anders?
    Auf ein weiteres Wort vielleicht?

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