Bayern hat das Verlieren verlernt

Die Bayern sind ein arroganter und selbstverliebter Verein.” hört man oft – und sagt es durchaus auch mal selber. Mit 28 Meistertiteln deutscher Rekordmeister sowie mit 18 Pokalsiegen deutscher Rekordpokalsieger – die internationalen Titel nicht zu vergessen – kommt Neid und Missgunst gegenüber dem Münchener Verein schon mal durch. Oft unangebracht.

Doch gestern Abend, nach dem Pokalfinale zwischen Eintracht Frankfurt und dem FC Bayern, offenbarte sich, warum die Bayern diese Niederlage so verdient haben. Abgesehen von den Keepern Starke und Neuer, war kein Spieler der Bayern und kein Verantwortlicher bei der Pokalübergabe an den Sieger aus Frankfurt auf dem Platz zu sehen. Man sah die Spieler nach der Übergabe der Silbermedaille in den Katakomben die Rolltreppe hochfahren. Lewandowski hängte sich die Medaille unmittelbar nach dem Erhalt wieder ab.

Ohne Frage kann man über die Situation kurz vor Schluss diskutieren. War es ein Elfmeter oder nicht? Nicht selten war es auch anders herum. Nicht selten sprach man vom “Bayerndusel” (den es angeblich ja wirklich gibt).

Nach dem Abpfiff blieb bis gestern das unterlegene Team – meistens nicht die Bayern – auf dem Platz, um dem Sieger Spalier zu stehen, zu applaudieren, und sportlichen Respekt zu zollen. Gestern war davon nichts zu sehen. Im Nachhinein rechtfertige man dies damit, dass man schlicht nicht daran – also den Sieger – gedacht habe. „Das hat wenig mit fehlendem Respekt zu tun. Ich kenne gar nicht den Knigge, wie man sich da verhält.“ sagte Mats Hummels der DPA. Den “Knigge” lernt man bereits in der Jugend. Ich erinnere mich selber noch gut dran.

Weder die Pyro-Show ab der Halbzeitpause noch die Leistungen des Schiedsrichters ein Grund für das Verhalten der Spieler und Verantwortlichen des FC Bayern. Sie bekommen ihr Geld dafür Sportler zu sein. Als Sportler gehört Verlieren auch dazu. Das hat man wohl verlernt.

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