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Frankreich und Griechenland gehen konsequentere Wege und verpflichten Personal im Gesundheitswesen sich gegen COVID19 impfen zu lassen. Das ist nachvollziehbar und ein logischer Schritt, wenn trotz genügend freiwilliger Kapazitäten zu wenig Menschen geimpft sind. Ich bin gegen eine Impfpflicht, möchte hiermit doch alle von Euch aufrufen sich impfen zu lassen, die es ohne gesundheitsbedenken tun können. Ein paar Zeilen dazu.

Die Bundesregierung hat mehrfach versprochen, dass es keine Impflicht geben wird. Das finde auch ich richtig. Eine Impfung ist immer noch ein Eingriff in den Körper – und dagegen sollte man sich immer entscheiden können. Der Vergleich mit der verpflichtenden Impfung gegen Masern bei Kindern finde ich schwierig, da diese Impfung länger erforscht ist. Bei den Corona-Impfstoffen sind Restrisiken durchaus noch ein Thema. Doch diese Risiken werden mehr und mehr widerlegt. Impfen ist sicher und der Weg zur Impfung ist statistisch risikoreicher als die Impfung selber.

Daher bin ich klar dafür, dass Geimpfte hier Vorteile haben sollten. Eine Benachteiligung von Nicht-Geimpften darf es nicht geben, doch wer sich nicht impfen lassen will(!), sollte täglich einen Test vorlegen, der auch selber bezahlt werden muss. Mit der Impfung wird eine kostenlose Möglichkeit vom Staat angeboten. Wer das nicht möchte, soll ablehnen können ohne Rechtfertigung – aber dann müssen eben tägliche negative Nachweise vorgelegt werden. Wer sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen kann, kann dies ärztlich bescheinigen und erhält kostenfreie Tests. Dass die Testpflicht übrigens so aufgeweicht wurde, finde ich ein großes Problem.

Ein solches Vorgehen ist eine liberale Möglichkeit, die allen die eigene Entscheidung ermöglicht, aber im Rahmen des Infektionsschutzes klare Prioritäten setzt. Das Infektionsschutzgesetz sieht übrigens vor, dass Impfungen durchaus verpflichtet werden können. Wenn wir mehrheitlich solche Verpflichtungen ablehnen, dann sollten wir die freiwilligen Möglichkeiten dann auch ausschöpfen.

In meinem erweiterten Umfeld gab es vereinzelte Fälle mit starken Nebenwirkungen, die aber durch die enge Begleitung der Ärzte gut behandelt wurden. Ich bin froh bereits beide Impfdosen bekommen zu haben und hatte bis auf Müdigkeitsattacken keine Nebenwirkungen.

Wer diese Zeilen liest und Bedenken hat sich Impfen zu lassen, möge Bitte an die Mitmenschen, Freunde und Verwandten denken und auch durchaus an sich selbst: Diese Pandemie und dieser Virus werden sich nicht einfach beenden lassen. Die heiß diskutierte Freiheit ist wesentlich einfacher in Worten zu fordern als in der Realität. Wo endet die individuelle Freiheit und wo beginnt die Freiheit einer Gesellschaft? Mit dieser philosophischen Frage können wir -noch(?) – wunderbare Diskussionen in der Gastronomie führen. Impfungen wirken nachweislich und verhindern schwere Krankheitsverläufe.  Je mehr also von uns allen geimpft sind, um so weniger ist die Inzidenz alleine der ausschlaggebende Punkt. Doch noch ist sie das – und sie steigt wieder.

Nach über 16 Monaten Pandemie ist klar: die Ausbreitung ist schlagartig – und kann genauso gebremst werden. Impfen ist ein wichtiger Punkt. Die Maske zu tragen auch – wenngleich auch ich sie nervig finde. Doch lieber eine Maske im Gesicht als einen Zettel am Zeh. Damit schütze ich andere, die noch nicht geimpft sind.

Föderalismus nutzen statt damit bremsen

Abschließend: Die regierende Bundes- und Landespolitik muss allerdings auch hier endlich gemeinsam agieren und die wöchentlichen geänderten Maßnahmen vereinheitlichen. In den Unternehmen sitzen ganze Abteilungen allein nur jeden Montag zusammen, um zu prüfen was wie geht und wie in Deutschland und Europa an den Standorten gearbeitet werden kann. Über diese Auswirkungen der Bürokratie auf die Wirtschaft wird zu wenig geschaut. 16 Landesregierungen wollen immer noch ihr Wörtchen mitreden. Was dann wie wo gilt kostet Bürger*innen und Unternehmen Zeit und Geld. Das sollte auch mit unserem Föderalismus besser gehen.

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