Bericht vom Blitzmarathon

Blitzmarathon in DeutschlandErste Polizisten, die befragt wurden, äußerten Ihren Unmut über die Terminierung der Aktion. Ohne Schirm ausgestattet stehen sie an diversen Straßenrändern und können kaum Erfolge vorweisen, da sich trotz Berufsverkehr kaum Raser ausmachen lassen.

„Es ist total dämlich hier zu stehen“ beschwert sich Uwe H.. „Die Leute fahren normal mit korrekter Geschwindigkeit. Außerdem ist so viel Verkehr, dass man nicht mal die Richtgeschwindigkeit erreicht“. Ein weiteres Problem sieht H. an anderer Stelle „Schlimmer ist ja, dass wir nur Blitzen. Ich würde viel lieber mal die Damen und Herren kontrollieren, die durchgezogene Linien missachten oder das Rechtsfahrgebot ignorieren.“ H. fährt selber 20 Kilometer bis zu seiner Dienststelle. Auf seiner Strecke finden heute keine Kontrollen statt.

Auch seine Kollegin Steffi T. sieht den Blitzmarathon mit gemischten Gefühlen „Wir stehen uns jetzt 24 Stunden die Beine in den Bauch oder sitzen in den Polizeiwagen. Wir sammeln ohne Ende Überstunden – aber das interessiert wiederum unsere Gewerkschaft nicht. Die machen lieber weiter Stress wegen dem Fußball. Ich würde ja selber wieder gerne meine Dauerkarte an das Drehkreuz halten, aber ich werde immer eingesetzt – dabei ist es so gut wie immer friedlich.“

T. und H. haben seit Dienstbeginn noch keinen Raser herauswinken müssen. Der Kontrollpunkt wirkt eher wie eine Unfallstelle. Magnesiumfackeln liegen am Seitenstreifen um die provisorische Haltebucht zu markieren. Der Verkehr stockt und zieht langsam vorbei. Ein älterer Herr lässt im Vorbeifahren das Fenster herunter und ruft „Pyrotechnik ist kein Verbrechen!“ und fährt weiter.

Die Polizisten schauen sich peinlich berührt an. H. und T. geben zu an Silvester mit Ihren Familien und Freunden ein ordentliches Feuerwerk abzubrennen und auch, dass sie beim Einsatz um die Fußballstadien oft die Order bekommen rigoros durchzugreifen.  Da soll selbst bei einem Verdachtsfall mit Schlagstock und Pfefferspray vorgegangen werden.

H. geht nicht zum Fußball, aber sein Neffe ist in einer Nachwuchsgruppe der hiesigen Ultras. Die Familientreffen werden schnell emotional berichtet er. Sein Neffe wurde schon mehrfach erkennungsdienstlich erfasst weil er im Zug in der Nähe der Ultras mitfuhr. Man hat ihm sogar gedroht den Ausbildungsbetrieb zu informieren. H. weiß dass es nicht mal eine Ordnungswidrigkeit gegeben hat – aber er ist machtlos. Er sagt man habe halt die Order von der Einsatzleitung.

Plötzlich ertönt das Funkgerät. „Weißer BMW, Kennzeichen XX-XX 1234 kommt gleich bei Euch vorbei. Bei rot über die Ampel an unserer Messstation. Winkt den mal raus!“. H. ist erleichtert. Das Thema vorerst ein anderes. Er schnappt sich die Kelle und postiert sich am Straßenrand. Immerhin ein wenig Action.

Ich weiße an dieser Stelle darauf hin, dass es sich um einen fiktiven Beitrag handelt.