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Vielleicht erinnert sich ja noch jemand daran: Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte 2013 „Ohne Wachstum schaffen wir keine Arbeitsplätze.“ und „Die Zukunftsfähigkeit des Kontinents entscheidet sich an der Frage, welche Perspektive wir den jungen Menschen geben können. Für die Jahre 2014 und 2015 wurden nach dem ersten EU-Jugendgipfel sechs Milliarden Euro ( 6.000.000.000 €) zur Verfügung gestellt.  Im März 2015 schrieb ich einen Kommentar dazu. Doch wie sieht es heute aus?

Nach drei Jahren hat die Europäische Kommission nun ein erstes Zwischenfazit vorgestellt. Doch ist es so positiv wie es vorgestellt wird?

Zunächst eine Zusammenfassung:

Die Jugendarbeitslosenquote (= Arbeitslose unter 25) ist in Europa von 24,4% im ersten Quartal 2013 auf 18,9% im zweiten Quartal 2016 zurückgegangen. Auch der Anteil der Jugendlichen, die weder Job noch Ausbildung absolvieren, sank von 13,2% auf 12%. Beide Werte bleiben damit über dem Wert vor der Krise.

In Spanien (jetzt 43,2%) und Griechenland (jetzt 47,75%) sank die Jugendarbeitslosigkeit zwar stark, doch ist es europaweit weiterhin der „Spitzenplatz“. Deutschland liegt übrigens bei 6,9%.

Marianne Thyssen, EU-Kommissarin für Beschäftigung, Soziales, Qualifikationen und Arbeitskräftemobilität, spricht zwar davon, dass die Jugendgarantie etwas zum positiven verändert hat, doch ist das gerade auf die Problemkinder Spanien und Griechenland bezogen nicht stimmig. Gerade dort haben alle ihre Hausaufgaben kaum gemacht.

Lage in Spanien

In Spanien laufen gut 8.000 Maßnahmen, in denen bis Februar 2015 etwa 211.000 junge Leute registriert waren. 59.000 von ihnen fanden einen Job. In Ihrem Bericht kommt die Kommission zu dem Schluss: „Die Jugendgarantie liefert bis jetzt nicht die erwarteten Ergebnisse und die Beteiligung bleibt niedrig.“ Dies mag daran liegen, dass abgesehen von einigen NGOs keine anderen Mechanismen etabliert sind. Die Maßnahmen sind wenig bekannt. Die Absprachen und Umsetzungen mit den Behörden sind nicht einmal abgeschlossen.

943,5 Millionen Euro hat Spanien von den 6 Milliarden Euro Fördersumme zugewiesen bekommen. Abgerufen bisher: 1,31 Millionen Euro.

Lage in Griechenland

Von den 6 Milliarden Euro Fördergeldern, wurden Griechenland 172,5 Millionen Euro bewilligt. Abgerufen bis heute: unbekannt. Der Bericht soll nachgereicht werden. Die Griechen haben eine Art Praktika-Voucher für Arbeitslose. Das geplante Budget für die Altersgruppe 15-24 Jahre beträgt 43 Millionen Euro, für die Altergruppe 25-29  beträgt es 108 Millionen Euro. Bis heute wurden 14 Projekt angeschoben, von denen 9 aktiv sind, mit insgesamt 571,481 Teilnahmeanträgen. Ca. 2.500 Langzeitteilnehmer sind bis jetzt gemeldet. Insgesamt 974 Bildungsanbieter und 44.843 Unternehmen haben 102.000 jungen Menschen theoretische und praktische Ausbildung angeboten. Doch was hilft schon ein Praktikum? Davon kann man auch keine Altagskosten bezahlen.

Auch die Kommission hat versagt

Es wäre ja jetzt einfach zu sagen, dass die Griechen und Spanier doch einfach Ihre Gelder abrufen sollen. Ein Stück weit stimmt es ja auch. Doch liegt es nicht alleine an den Regierungen und Behörden. Es ist zwar nett, dass die europäische Kommission weitere Gelder bewilligen will, doch es sind ja bei den Problemkindern nicht mal die Gelder aus Topf 1 abgerufen. Hier muss sich die Europäische Kommission auch die Frage stellen lassen: ist die Jugendgarantie am Ende zu technisch und fern der Praxis? Wieso rufen „Pleitestaaten“ Gelder nicht ab? Liegt es alleine an den Staaten? Wohl kaum.

Und gerne hätte ich dazu Antworten von der Europäischen Kommission erhofft, doch meine Mail vom 28.09.2016 ist bis heute (02.11.2016) unbeantwortet…

 

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