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Auf 3sat habe ich soeben „Kein Ort“ gesehen. Laut Programmzeitschrift ist es eine Doku über das schwierige Schicksal von Flüchtlingen aus dem Nordkaukasus. Dies trifft in erschütternder Weise zu. Mir geht es gerade ganz übel, wenn ich sehen muss, dass eine ukrainische Familie, mit einem schwerkranken Kind, aus Österreich abgeschoben werden soll oder wenn ein Vater um seinen Sohn Kämpft, der in der russischen Armee desertiert ist.

In Deutschland beschweren wir uns, nicht selten zu Recht, über die Bürokratie. Sie ist aber in vielen osteuropäischen Ländern nicht anders. In Polen warten tschetschenische Flüchtlinge Monate auf die Beantwortung ihrer Asylanträge um in den Antworten um weitere Monate vertröstet zu werden. Familien, die in meinen Augen mehr als nur einen berechtigten Grund haben, Asyl zu bekommen, erfahren keine Hilfe und wenig Unterstützung. Sie müssen in Parks zelten oder werden in Asylheimen untergebracht. Eine Grundversorgung gibt es nicht wirklich.

Durch unterschiedlichste Asylgesetze und –rechte, werden viele Asylanträge unterschiedlich bearbeitet. Meist werden 2/3 wegen Nichtzuständigkeit abgelehnt. Da frage ich mich doch wirklich, warum wir diesen Menschen nicht helfen und sich auf europäischer Ebene einheitliche Regelungen finden lassen.

In der Doku ging es um Flüchtlinge aus dem Nordkaukasus/Tschetschenien. Einige Beispiele von Vielen, wie sie täglich an den Grenzen Europas geschehen. Wieso schweigen die europäischen Politiker darüber? Nicht seit gestern gibt es auch die Flüchtlinge aus Afrika, die in waghalsigen und teils tödlich endenden Versuchen, das Mittelmeer überqueren. Hat man die Chinesen, die man in England in einem LKW fand, schon vergessen?

Ich gebe zu, dass dieses Thema viel zu unpräsent ist. Auch bei mir. Da gibt es Menschen, die keine Wahl haben und alles aufgeben und investieren, um hier eine kleine Chance zu bekommen. Mit dem Hintergrund, dass sie in ihrer Heimat politisch verfolgt werden oder aufgrund ihrer Herkunft nicht die Versorgung und Zugangsmöglichkeiten erhalten wie andere Landsleute – sprich diskriminiert.

Soviel zu meinen Gedanken gerade am Sonntagabend. Auch mal sehr nachdenklich und betrübt.

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1 Kommentar

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BigBandi · 23. August 2010 um 01:25

Hi Fritz!
Aus ökonomischen Gründen – das muss man klar so sehen – muss man oft ebenfalls Verständnis für die waghalsigen Manoeuver haben, die Leute da auf sich nehmen, um die Situation für sich und ihre Familie erträglich zu gestalten. Ich denke, das kommt bald noch viel häufiger auf Europa und überhaupt die “1. Welt” zu, wenn wir nicht bald sinnvolle Lösungen zur Bekämpfung von Armut finden.
Dennoch eine gute Nacht
wünscht
Bernd

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