Es riecht nach Abstieg

10 Spiele ohne Sieg -oh weia AlemanniaErik Meijer sollte besser der dritte Fanbeauftragte werden. Nach der desolaten Leistung seiner Kicker, beruhigte er die Fans auf den Rängen und hielt die Hundertschaft der Polizei von ihrem Premierenaufmarsch auf dem Tivoli ab. Dabei ist er nicht unerheblich mitverantwortlich für diese schlechten Ergebnisse. Er hat die Mannschaft mit zusammengestellt. So oder so: ein scheiss Abend. Weiterlesen

Auswärtsheimspiel

Aus mehreren Gründen fühle ich mich auf dem Tivoli einfach überhaupt nicht mehr wohl. Ganz im Gegenteil. Die letzten Besuche am Tivoli sorgten eher für Frust und Aggression statt Freude, Euphorie und Stimmung.  Dazu tragen gleich mehrere Faktoren bei* und ich schaute also zum ersten Mal ein Heimspiel in der Ferne am Fernsehbildschirm. Der „Printenduevel“ und ich kamen aber aus dem Kopfschütteln nicht mehr raus. Weiterlesen

Alemannia up and down

Immerhin auch was Positives: Die Schwenkfahne wurde eingeweihtWas ein Wochenende in schwarz und gelb… Für unseren Fanclub, die Sportfreunde Kaiserstadt, im Grunde ein sensationelles Wochenende, aber irgendwie wollte und sollte es einfach nix werden mit dem kompletten Hammerwochenende.

Wie auch?! Wenn ein Wochenende mit einer solchen Tragödie beginnt, wie die Welt es in Oslo miterleben musste, sich die Katastrophe der Loveparade jährte und dazu das Wetter die entsprechende Synphonie bot? Die Vorzeichen standen einfach nicht auf unserer Seite.

Obwohl es einen echten Grund gab sich zu freuen – wir konnten unsere Schwenkfahne einweihen – gingen wir mit hängenden Köpfen nach Hause. Ich empfehle daher Steffens Bericht auf unserer Fanclubseite und schließe mit einem Zitat aus dem Alemannia-Fan-Forum, dass ich so unterschreiben kann:

Merkwürdig fand ich auch die Stimmung auf dem Nachhauseweg nach Spielende: Um mich herum kaum Flüche oder agressive Sprüche, stattdessen eine Art Begräbnisatmosphäre. Fast bekam man den Eindruck, viele haben sich innerlich mit dem Niedergang ihres einstigen Lieblingsverein bereits abgefunden.Trauer, nicht Ärger dominierten.
Ich denke, die ganze inzwischen ziemlich offensichtliche Finanzierungskatastrophe dämpft die Beigeisterung ganz schön ab. Viele wissen, dass unser (mittelfristiges) Schicksal nicht mehr vom Tandem Meijer/Hyballa, sondern von irgendwelchen Geldgebern abhängt. Das Interesse am Sport sinkt, weil es von den Schatten der Finanzprobleme erdrückt wird. Dann sind gefährliche Gedanken wie “..was soll dieses Spiel,wenn wir den Laden ohnehin bald zumachen müssen” nicht mehr weit – ein Stimmungskiller. Der “Trick”, uns den Begriff des “Ausbildungsvereins” schmackhaft zu machen, zündet auch nicht richtig. Immer nur auf eine Saison fixiert zu sein, die mit Ausleihspielern und danach zum Verkauf stehenden Leistungsträgern bestritten wird, findet nicht jeder prickelnd – wo bleibt die positive Perspektive? Wenn einen das Spiel dann auch noch nicht aus dem Sitz reißt, weil einfallsloses Ballgeschiebe dominiert, ist das Krankheitsbild “Alemannia-Depression” komplett! (franz-jupp)

Ein letztes Mal

Der aue Tivoli - danke für unvergessliche JahreEs war der 5. Februar 1993 als ich zum ersten Mal den Tivoli besuchte. Ich war neun Jahre jung und die Alemannia kannte ich nur gaaaanz vage. Mein Vater nahm mich mit zum Schlagerspiel an diesem Abend gegen Rot-Weiß Essen. Zusammen mit meinem damaligen Jugendtrainer und dessen Sohn ging es auf die Sitzplatztribüne. Es wurde richtig voll und ich erinnere mich noch gut, wie sehr ich mich erschrocken habe als aus dem Block genau gegenüber ein Schlachtruf erklang, den es wohl auch morgen beim letzten Spiel des alten Tivoli zu hören gibt: Heya, Heya Alemannia!

An diesem nass-kalten Freitagabend packte mich das Flair dieses Stadions. Der unvergleichliche Charme schlummerte aber noch ein par Jahre vor sich hin, ehe ich über Schule und Sportverein Freikarten in der Aufstiegssaison 98/99 bekam und seither eine Dauerkarte besitze.

An diesem nass-kalten Freitagabend 1993 verlor die Alemannia mit 0-3 gegen Rot-Weiß Essen und schaffte doch den Sprung in mein Herz. Klar, an das Spiel selber kann ich mich kaum erinnern, aber ich erinner’ mich genau an die typischen Tivoli-Erlebnisse. Es roch nach Bier und Bratwurst. Die allgegenwärtige Farbe schwarz und gelb und selbst die Herren auf der Sitzplatztribüne im feinen Anzug brüllten “Du blöde Idiot! Neä, wat hant vür at woërm ne schönne Tünnes a jen Flöet!”

Auch erinnere ich mich an einen älteren, sehr schick und teuer gekleideten, Herren der im S-Block stand, immer an den Wellenbrecher gelehnt, und, egal ob die Alemannia nun im Angriff war oder im Sturm “Hinten raus Ihr Arschlöscher!” rief. Auch eine Kapelle saß mal im S-Block und versuchte sich als Stimmungsmacher. Unvergessen auch die Radermacherbrüder! Die Urgesteine trotzten dem beißenden, aber tivolitypischen Geruch nach Pisse und waren immer freundliche und mit einem Lächeln auf dem Gesicht anzutreffen. Sie gehören für mich zu dem Tivoli wie der Regen und der Schimmel. Morgen gibt er uns zum letzten Mal die Ehre.

Ich könnte noch unzählige Geschichten erzählen und könnte trotzdem vielen von Euch nicht das Wasser reichen, die noch viele Jahre mehr Tivoli auf dem Buckel haben. So oder so: Wir werden in gemeinsam vermissen. Wir tun es jetzt schon aber wenn die Bagger in Kürze die altehrwürdigen, maroden aber dennoch traumhaft schönen Tribünen einreißen, werden wir gemeinsam an der Krefelder oder Merowinger Straße stehen, uns den Pippi aus den Augen reiben und gegenseitig die Taschentücher reichen.

Ich sage DANKE DANKE, Tot’ ziens , lebewohl und voelmoals Merci aue Tivoli!

»Hier« könnt Ihr das Stadionheft – ca. 12 MB – vom 05.02.1993 vom Spiel gegen Rot-Weiß Essen runterladen. (Nicht wundern: Ich habe nicht alle Seiten mit Werbung gescannt und mein Brüderchen hat das Heft auch ein wenig als Malbuch “mißbraucht”).


Sieben

Es waren eigentlich nur 7 Minuten, die gestern zur Niederlage der Alemannia führten. 7 Minuten in denen der Gast aus Aue aber so viele Geschenke bekam, wie sonst wohl niemand auf dem Tivoli. Oder doch? Fakt: Zu Null haben wir auf dem Tivoli schon eine Ewigkeit nicht mehr gewonnen aber dann schon wieder fünf Tore bekommen?

Die Art und Weise dieser Niederlage war bezeichnend. Im Grunde spielt diese junge Mannschaft eine tolle Saison und hat, dank der großartigen Leistungen im Pokal, auch den Verein vor dem Gang zum Insolvenzverwalter bewahrt. Doch seit Beginn des Jahres herrscht Stagnation im Team. Hohs erlaubt sich nun ähnliche dicke Fehler pro Spiel wie zuvor nur die Abwehr. Hinten sind wir einfach Pfui und das Trainerduo Hyballa/van der Luer bekommt es einfach nicht in den Griff.

Negativer Höhepunkt dieser Entwicklung waren die beiden unnötigen Tore in Duisburg vergangene Woche und die gestrige Trachtprügel gegen Erzgebirge Aue. Die Alemannia zeigte zwei doch recht ansehnliche Partien, in denen man am Drücker war, aber in dem Moment, wo man eigentlich den Sack zumachen muss, den Sieg verschenkte.

Im Forum und Blogs sind die Kritiker natürlich schnell bei der Stelle und auch ich kann auf das gestrige Spiel kein Loblied singen. Bei den rekordverdächtigen knapp 14.000 Zuschauern sorgte dieser absolute Konzentrationsmangel für Schaum vor dem Mund. Und ich kann es keinem verübeln! Wer ist schon bereit für eine wiederkehrende partielle Arbeitsverweigerung viel Geld zu bezahlen?

Hauptsächlich die Herren Hohs, Junglas und Feisthammel haben in den vergangenen Wochen Lehrgeld gezahlt und viele Fehler gemacht. Wieso bringt man nicht Erfahrung und Ruhe wenn sie von Nöten ist? Wieso nicht mal Zdebel bringen? Schlechter als Junglas und Feisthammel geht es gerade kaum.

Wer so ein Spiel ohne eine Gelbe Karte beendet und sich vier Tore in 7 Minuten einschenken lässt, muss sich nicht wundern, wenn die Zuschauer ihre Investitionsbereitschaft in eine neue Dauerkarte überdenken.Alles in Allem wäre es gar nicht so dramatisch, wenn da nicht die berühmte Art und Weise wäre.

Die Fragen auf dem Heimweg der Passanten gestern »Und? Wie hat die Alemannia gespielt?« taten richtig weh und es gibt nichts schlimmeres als einen “Walk-of-Shame” nach solch einer Heimniederlage.