ene Öcher

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Der demokratischste Fußballverein Deutschlands

20111220-155604.jpgEines hätte ich vor der außerordentlichen Jahreshauptversammlung Mitgliederversammlung am gestrigen Abend nicht gedacht: Das ich um 23:30 Uhr zuhause sein werde – mit 250 Kilometer Wegstrecke wohlgemerkt. Keine 2 Stunden dauerte die von gut 380 Mitgliedern besuchte Veranstaltung. Bei einer Handvoll Tagesordnungspunkten auf der einen Seite nachvollziehbar, obwohl die Punkte hatten es in sich.

95% für die Satzungsänderung

Mit großer Mehrheit 346 von zu diesem Zeitpunkt 364 Mitgliedern stimmten für die vom Präsidium und Mitgliedervertretern erarbeiteten Satzung. Auf die Inhalte der neuen bzw. generalüberholten Satzung gehe ich nicht ein, möchte aber nochmals allen Beteiligten und „Machern“ meinen Dank aussprechen. Es gab keine Fragen oder Kritikpunkte an der Satzung und die Ja-Stimmen belegen, dass ein verdammt guter Job gemacht wurde. Informationen und Antworten vor der Versammlung über Veranstaltungen und Zeitungsberichte. Dass die Satzung so schnell und unkompliziert verabschiedet wird, war für mich überraschend, aber absolut klasse. Ich verspreche mir von der neuen Satzung sehr viel und man kann nun – frei nach Hubert Herwartz – behaupten, der „demokratischste Fußballverein Deutschlands“ zu sein.

Stadionverkauf per Blankoscheck

Im Zuge der finanziellen Nöte und der damit verbundenen Anstrengungen die jährlichen Stadionkosten (Zins, Tilgung, Betriebskosten, Parkhausmiete) nachhaltig zu senken, sitzen die Vertreter der Alemannia – hauptsächlich Aufsichtsratsvorsitzender Meino Heyen und Geschäftsführer Kraemer – derzeit mit der Stadt Aachen, dem Land NRW und den Gläubigern an einem Tisch. Die Lage ist verzwickt und ein (Teil)Verkauf der Stadionanteile ist unumgänglich. Da ein solcher Verkauf der Zustimmung der Mitglieder bedarf, hatte das Präsidium einen sogenannten Vorratsbeschluss verfasst. Dieser ist nichts anderes als ein Blanko-Scheck zum Verkauf für das Präsidium.

Dieses hatte im Vorfeld der Versammlung der Mitgliedschaft kein Konzept (geschweige denn mehrere) vorgestellt. Man scheint nachwievor selber noch nicht so weit zu sein (dazu etwas weiter unten mehr), Nägel mit Köpfen machen zu können. Allerdings funktionierte das Spiel mit der Angst. 308 von mittlerweile 380 Anwesenden Mitgliedern stimmten für besagten Vorratsbeschluss. Dieser, so Präsident Nachtsheim, beinhalte Sicherheiten, wie ein von allen Gremien einstimmiges Votum und eine Befristung bis zur nächsten Mitgliederversammlung am 29.03.2012.

Es folgten die Wahlen zum jüngst beschlossenen Wahlausschuss. Viele Mitgliedervertreter erhielten den Zuspruch der Anwesenden. Dabei kann man gerne darüber schmunzeln, dass ein 20jähriger Fan, Mitglied der Aachen Ultras und Jura-Student, mehr Stimmen erhielt, als der Aachener Bürgermeister Björn Jansen. Nach der Versammlung hörte man auf den Fluren des Eurogress die Meinung, die Mitglieder vertrauen wohl nicht mehr so gerne Politikern in wichtigen Alemannia-Ämtern.

Kraemer under fire

Einige Mitglieder hatten nun unter dem Punkt „Sonstiges“ eine Resolution ausgearbeitet. Mit dem Appell an die Stadt Aachen, von der Mitgliedschaft beschlossen, sollte ein Zeichen in Richtung der Stadt Aachen und des Stadtrates gesetzt werden. Oberbürgermeister Marcel Philip, der persönlich anwesend war, sollte mit einem eindeutigen Bekenntnis die Versammlung verlassen können. Dazu gab es aber vor der Abstimmung noch einige Stimmen aus den Reihen der Mitglieder, zu denen auch ich gehörte. Frithjof Kraemer wurde gebeten, zu den Stadionkosten und den Szenarien doch auch einmal Stellung zu beziehen. Unter Punkt zwei hatten nur Präsident Nachtsheim, Vizepräsident Klaus-Dieter Wolf und Aufsichtsratsvorsitzender Meino Heyen um Zustimmung „gebettelt“ – ohne jede Form von Ideen oder Informationen. Nach dem Vertrauensbeweis durch die Mitglieder wurden diese sehr vom kaufmännischen Geschäftsführer enttäuscht. Kraemer nannte erneut die Zuschauerzahlen und TV-Gelder, die geringer ausgefallen seien, als geplant. Allgemein stellte er die damals realistischen und von Wirtschaftsprüfern verifizierten Pläne als nicht erfüllt und eingetreten hin. Man kann sagen: Sämtliche realistischen und konservativen Planungen und Kalkulationen waren dennoch zu anspruchsvoll.

In diesem Zusammenhang wurde Herr Kraemer auch nach dem Worst-Case-Szenario gefragt: Platz 15 der zweiten Liga. Auf die Nachfrage, dass man das Worst-Case-Szenario doch wohl eher in Liga Drei ansiedeln müsste, lautete die Antwort Kraemers, dass man dort ja ein anderes Szenario habe. Also ich habe noch nie von mehreren Worst-Case-Szenarien gehört. Entweder es kommt der GAU oder nicht. Die Resolution erhielt zwar die erwartete fast einstimmige Zustimmung, zeigte aber, dass Kraemer mehr als nur angeschlagen ist. In den Gesichtern der um mich herum sitzenden Mitglieder zeigte sich Enttäuschung, Unverständnis und Entsetzen.

Erik Meijer machte es in seinem Bericht zur sportlichen Situation gewohnt emotionaler und kurzweiliger. Der sportliche Geschäftsführer hat immerhin die Fähigkeit eigene Fehler zu erkennen und einzugestehen. Er sprach die Trainerentlassung an und auch, dass er nach dem Verlassen der Abstiegsränge die Faltencreme seltener verwenden müsse. Meijer ist nicht fehlerfrei. Er schießt auch gerne Böcke, aber er ist direkt und geht vorneweg.

All dies vermisse ich bei Herrn Kraemer. Diese ausweichenden und nichtssagenden Durchhalteparolen müssen aufhören! Die Alemannia hat, so sehe ich es, die nun wirklich allerletzte Chance. Hans-Dieter Schaffrath, sowohl Mitglied des Stadtrates als auch der Alemannia, betonte dies auch nochmals: Die Hürde ist noch nicht genommen. Der Stadtrat hat noch nicht entschieden und muss noch endgültig überzeugt werden. Herr Kraemer kann eines meiner Meinung nach aber eben nicht: überzeugen!

Bevor Ehrenpräsident Leo Führen um 20:55 Uhr die Versammlung mit dem gewohnten „Hipp-Hipp-Hurra“ beendete, appellierte Präsident Nachtsheim an die Mitglieder, Vorfälle wie beim Heimspiel gegen Erzgebirge Aue nicht zu tolerieren. Man soll hinsehen, Namen und Täter nennen und für eine gemeinsame Fangemeinschaft sorgen.

Alles in allem war Herr Nachtsheim sicherer und souveräner als bei den vergangenen Mitgliederversammlungen. Auch blieb diesmal Dr. Terbrack im Hintergrund und lediglich bei der Wahl zum Wahlausschuss gab es kurz irritierende Augenblicke, als nicht ganz klar war, dass enthaltene Stimmen gezählt werden: Nach neuer Satzung gelten bei Personenwahlen nämlich nur absolute Mehrheiten.

Ein Punkt ist zu wenig

06.11.2011 - Alemannia Aachen - MSV Duisburg 2-2Auch 250 Kilometer später bin ich immer noch richtig sauer. Der Tag hatte doch so gut begonnen… Um 7 Uhr in Frankfurt los, perfekt durchgekommen und ein sensationelles Frühstück beim Café Peterson in Laurensberg genossen. Und dann Tivoli, dieser fast ausverkauft, gute Stimmung und die Sportfreunde zahlreich in S5. Viel besser kann doch kein Fußballsonntag starten!

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