ene Öcher

Einträge mit dem Schlagwort 2. Bundesliga

Jetzt muss gehandelt werden

Eigentlich wollte ich zum Wochenendbesuch in Aachen einige Schnappschüsse reinsetzen und über ein paar Highlights schreiben. Der fantastische Brunch im Café Middelberg, die anschließende Jahreshauptversammlung der Sportfreunde Kaiserstadt und das Spiel der Alemannia gegen Erzgebirge Aue. Allerdings rücken nun die Vorfälle kurz vor dem Halbzeitpfiff in den Mittelpunkt. Alemannia gegen Alemannia.

So langsam schwindet selbst bei mir als eingefleischtem Optimisten (vor allem in Bezug auf die Alemannia), die letzte Hoffnung. Wohl aufgrund einer Lesung gegen Faschismus, veranstaltet von den Aachen Ultras (ACU), ist der Konflikt zwischen eben diesen und der Karlsbande, sowie Teilen der Supportes eskaliert. Nachdem eine Person im Block der ACU deren Banner und Fahnen herunterreißen wollte und sich auch verbal mit der Gruppe anlegte, kam es beinahe zu einer Auseinandersetzung im Block S6.

Ein Mitglied der ACU wollte handgreiflich werden, wurde aber von Ordnern, und vor allem den eigenen Leuten zurückgehalten. Der „Störenfried“ wurde von Ordnern aus dem Block gebracht. Kurz darauf stürmte eine Gruppe von 20-30 Leuten in den Block. Diese hatte kurz zuvor den gegenüberliegenden Block O6 verlassen. Es kam zu einigen Handgemengen. Aufgrund der steilen und teils sitzfreien Tribüne stürzten Prügelnde und Ordner einige Stufen. Auch einige Attacken fanden Ihr Ziel. Zeitgleich wurden aus dem benachbarten Stehplatzblock S5 Gegenstände von Mitgliedern der Karlsbande auf die ACU geworfen. Diese hatte, als die ersten Personen – ohne Gegenwehr oder Einschreiten der Ordner – sämtliche Fahnen und Doppelhalterstöcke an die Polizei gegeben haben.

Ich bin wahrlich kein Freund des Supports der Aachen Ultras. Diese Selbstfeierei und die nervende Art der Trommelei gehen mir im Nebenblock schlicht auf die Nerven. Allerdings hatte ich nicht nur vor dem Spiel von der Spendenaktion der ACU zu Gunsten des Café Plattform in Aachen erfahren, sondern auch, dass Mitglieder der Karlsbande bei einer Lesung gegen Rechts von der Leiterin des Fanprojektes vor die Tür gesetzt wurden. Da ich die genauen Hintergründe nicht kenne, kann ich nur vermuten, dass aus diesem rechtsgerichteten Hintergrund die „Rache“ im Block erfolgte.

Ich selber war schockiert, dass da eine gewaltbereite Gruppe einfach so in den Fanblock marschieren konnte und Fans der Alemannia sich gegenseitig an die Wäsche gehen. In diesem Fall war die ACU klares Opfer. Die in S6 sitzenden Unbeteiligten waren mitten drin, und einige Schilderungen dieser Unbeteiligten werden für die Alemannia böse und nachhaltige Konsequenzen haben.

Zu den sportlichen und vor allem finanziell schlechten Aussichten, haben nun einige wenige Chaoten, der Alemannia einen Bärendienst erwiesen. Nachvollziehbarerweise empfinden es sehr viele Fans nicht mehr sicher auf dem heimischen(!) Tivoli.

Meine Antipathie gegenüber der alemannischen Geschäftsführung ist kein Geheimnis, aber ich hoffe, dass es diesmal Herrn Kramer erfolgreich gelingt, die richtigen Konsequenzen zu ziehen und durchzuführen. Eine entsprechende erste Presseerklärung nach dem Spiel, war ein erster richtiger und wichtiger Schritt. Sollte dies aber ausbleiben, oder so halbherzig (wenn überhaupt) geschehen wie in der Vergangenheit, werde ich meine Dauerkarte zurückgeben.

Es sieht sehr stark nach einer Aktion nationalsozialistischem Hintergrund aus, weswegen alles Alemanniafans nun gefragt sind. Weit mehr als nur eine Schlägerei oder ein Scharmützel. Die Alemannia muss nun schnellstmöglich auch die Voraussetzungen schaffen, dass Fans hinschauen können und sich gegen die „braune Brut“ stellen und zur Wehr setzen. Andernfalls kann die Alemannia spätestens jetzt zu Grabe getragen werden.

Update: Ich verstehe zwar nicht, warum, aber die Alemannia hat den Verantwortlichen eine Plattform zur Stellungnahme gegeben. Die Supportes stehen zu der Aktion und entschuldigen sich dafür. Auch distanzieren sie sich von rechtsradikalen Motiven. Ich persönlich halte diese Aussagen für ein Lippenbekenntnis und die Methode “Wogen glätten”. Daher sollten meine Aussagen und Vermutungen, wo der Ursprung für die Eskalation/Aktion lag, in einem anderen Kontext gesehen werden. Dennoch reicht mir diese Stellungnahme nicht! Es wurde eine Grenze überschritten und die Alemannia hat einen sehr großen Schaden erlitten. Da reicht eine einfache Entschuldigung in dieser Form nicht aus.

Die Schlinge zieht sich zu

Finanzmisere: Verantwortliche abstrafen!Die Gutachter müssen mal wieder ran. Die Deutsche Fußballliga (bekannter: DFL) hat der Alemannia einen blauen Brief geschickt. Die Alemannia muss Einnahmen in Höhe von gut 800.000€ nachweisen, die durch schlechtere Platzierungen in der Liga fehlen. Erneut fehlen einkalkulierte TV-Gelder. Somit hat die Alemannia gleich zwei Deadlines im Januar. Die Lage wird dramatischer.

Frithjof Kraemer schilderte es als normal und als bekanntes Problem. Man arbeite ja aber dran – schon länger. Da aber keine Fortschritte zu verzeichnen sind und sowohl Stadt als auch Land den Auftrag erteilt haben, ein „Worst-Case-Szenario“ zu erarbeiten, riecht man förmlich die Sprache, die die Zahlen sprechen. Auch die DFL verlangt nun Hausaufgaben.

Abgesehen davon, woher man nun wieder das ganze Geld für Gutachter hat (denn schnelle Gutachten sind teuer), ist die Frage, was stand eigentlich in den Gutachten, auf die man die Finanzierung setzte. Wieso schafft die Alemannia nicht einmal zwei schlechte Spielzeiten in der zweiten Bundesliga, wo man noch 2009 zur Stadioneröffnung versprach, man schaffe auf mal ein Jahr dritte Liga?

Diese Fragen sind nicht neu. Diese Fragen stellen Fans, Mitglieder aber auch Sponsoren und Gläubiger seit fast zwei Jahren. Bis heute gab es kaum Antworten. Die zwischenzeitlichen Meldungen entpuppten sich als heiße Luft und angekündigte Meilensteine blieben aus. Nun zieht sich die Schlinge immer enger zu. Was kann also zur Rettung führen?

Zum einen hängen sportliche und finanzielle Situation nicht nur in Puncto TV-Gelder zusammen. Die fortwährende Belastung und vereinsinternen Streitigkeiten und Machtspielchen verunsichern die Mannschaft. Dies entschuldigt keinesfalls charakterlose Auftritte wie zuletzt in Frankfurt, ist dennoch ein nicht zu vernachlässigender Punkt auf der Verbesserungsliste.

Vor einem Jahr verschafften die Pokalerfolge noch etwas Luft zum atmen. Aber statt diese Atempause zu nutzen, steht man nun an selber Stelle – aber mit wesentlich schlechterer Ausgangsposition. Aus dem Pokal ist man raus und auch ein Spielerverkauf dürfte schwierig werden – wer ist denn derzeit zu einem gewinnbringenden Preis abzugeben?

Sondereinnahmen durch Transfererlöse oder andere Einmaleffekte  wird es also definitiv nicht geben. Auch die Kreditstreckung und Verlängerung der Landesbürgschaft zieht sich hin. Wie sieht es dann eventuell mit der zweiten Tranche der städtischen Bürgschaft aus? Diese könnte man ziehen. Aber wieso hat man dies nicht getan? Was stimmt da nicht? Hat man dies eventuell schon still und leise getan? Oder wurde seinerzeit alles gezogen? Oder gibt es an die zweite Tranche geknüpfte Bedingungen, die man bereits jetzt nicht einhalten kann?

Ich weiß einfach nicht mehr, was ich von meiner Alemannia halten soll. Irgendwann lernt jeder mal aus Fehlern. Spätestens nach dem zweiten Mal packt kein Kind mehr auf eine heiße Herdplatte. Als (Exil)Öcher sehe ich auch das Verhalten der Stadt als absolut nachvollziehbar an. Knapp am Nothaushalt vorbeigeschrammt, ist ein Kauf des Tivoli nicht so einfach zu machen. Vor allem nicht, wenn die handelnden Personen das letzte Bisschen Seriosität und Vertrauen längst verspielt haben. Ich würde auch keine Geschäfte mehr mit Kraemer und Co. machen. Beim letzten Mal hätte ich beinahe meine Kunden verloren. Die warten bis heute auf ein Sponsoringangebot… Auch wenn dies für einige Leser ein alter Hut sein mag: Mich regt dies maßlos auf!

Die Alemannia Aachen GmbH hat einfach einen unfähigen Geschäftsführer. Herr Kraemer ist nicht mehr tragbar. Wieso sieht der Aufsichtsrat nicht ein, dass mit Frithjof Kraemer die Türen verschlossen bleiben? Wieso ignorieren Heyen und Co., dass Fans und Mitglieder, aber auch Sponsoren und Kreditgeber ohne Kraemer wesentlich kooperativer sind? Wieso hat Herr Kraemer solch eine Rückendeckung, obwohl die Unzufriedenheit, vor allem durch ihn selber hervorgerufen, Verein und GmbH schadet?

Die Alternativen schwinden. Entweder man einigt sich mit Stadt und Land (was bis Januar schwierig werden dürfte), man findet eine Lösung mit Sponsoren, Investoren, Gläubigern und weiteren Dritten, oder man geht schlicht in die Insolvenz. Grundsätzlich mag ich die Alemannia nicht in den Niederungen des Amateursports versinken sehen, bin aber noch weniger gewillt, mich knebelnden Forderungen von Investoren zu beugen. Denn aktuell ist die Alemannia eine heiße Ware und wenn jemand dafür bereit sein sollte Geld auszugeben, wird der Preis von uns Fans und leidenschaftlichen Anhängern seeeehr groß sein.

Da wünsche ich mir lieber, dass wir – und wenn es 30 Jahre dauert – wie Phönix aus der Asche wieder gesund empor steigen, als meine Seele zu verkaufen.

Es riecht nach Abstieg

10 Spiele ohne Sieg -oh weia AlemanniaErik Meijer sollte besser der dritte Fanbeauftragte werden. Nach der desolaten Leistung seiner Kicker, beruhigte er die Fans auf den Rängen und hielt die Hundertschaft der Polizei von ihrem Premierenaufmarsch auf dem Tivoli ab. Dabei ist er nicht unerheblich mitverantwortlich für diese schlechten Ergebnisse. Er hat die Mannschaft mit zusammengestellt. So oder so: ein scheiss Abend. WEITERLESEN… »

Der Tivolibetupper

Gestern Nachmittag im Fanshop Tivoli. Ich hatte meine Mittagspause genutzt und wollte meine Freikarte für S5 abholen. Dies hat übrigens auch ohne das Mitbringen der Dauerkarte und des Mitgliedsausweises geklappt. Hier muss ich mal die Alemannia in den höchsten Tönen loben. Was ich ausdrücklich auch gerne tue! So musste ich gestern regelrecht Bauklotze staunen, als ich mit Dirk, dem Klenkes, noch in der Warteschlange stand. WEITERLESEN… »